• Zitat

    Schließlich gibt es einen Aspekt, den ich mir noch nie so recht erklären konnte: Simuliere ich eine Diktatur, was ja fast immer Rollenspiel ist, gibt es einen starken Drang ins Kabinett und andere Staatsämter, aber kaum einen in die Opposition auf der Straße.

    Das liegt, finde ich, an der fehlenden Trennung zwischen in/off-Sim. Opposition wird in fast keiner MN als wünschenswert und bereichernd angesehen. Machterhalt ist immer das Ziel.

    Deswegen bin ich ein großer Freund von off-sim Absprachen über das Spiel. Dann braucht es auch keinen Kaiser der über dem Parlament steht. Die Spieler und zwar alle entscheiden zusammen über Grenzen und Limits der MN - egal ob sie einen Bettler spielen, einen oder einen Minister mit Stimmrecht. Alle sind gleich wichtig für eine MN. Dem wird aber selten Gehör geschenkt.

  • Ich sehe Futuna nicht als Diktatur, sondern als Dienstleistung. Regierung usw. ist dort nichts anderes als Beiwerk und Spieler haben zwei Spielplätze, um sich auszutoben: Kampagnen als Einzelcharakterspiel oder Teilstaaten zum Aufbau, also zwei Entwicklungen mit im Rahmen des Hintergrunds fast unendlichen Möglichkeiten. Regierungssimulation ist eben nur Simulation und kein RP, sie ist bereits in ihren Möglichkeiten beschränkt. Und man kann sie in fast jeder anderen MN haben. Es muss eben auch etwas Besonderes geboten werden, egal wie lange Personen damit Spaß haben, und wenn es nur ein paar Tage ist.

    Shaikh von Alegon

    (Avatar: Hamid Fadaei)

  • Ich finde den langen Beitrag aber durchaus lesenswert. Er enthält viele Denkanstöße.

    Ich sehe Futuna nicht als Diktatur, sondern als Dienstleistung. Regierung usw. ist dort nichts anderes als Beiwerk und Spieler haben zwei Spielplätze, um sich auszutoben.

    Mir geht es so, dass ich ranghohe Figuren zu spielen tendenziell als lästige Notwendigkeit erachte. Mein Herz schlägt eher für Figuren an der Basis der Gesellschaft, die versuchen, in schwierigen Situationen einen Fuß in die Tür zu bekommen. Insofern ist für mich in Futuna aus Spielersicht alles passend, wo ich als Agent in einer Welt zurechtkommen muss, die sich gegen mich verschworen zu haben scheint und deren Mechanismen ich aufgrund der Lügenschleier nicht verstehe. Als Agent ist man dort eigentlich eine arme Sau - und ich mag es.

    Wobei es natürlich auch die (vielen) Leute gibt, die dann eher in Richtung Empörung gehen, weil sie nicht so rollenspielig denken oder es auch einfach nicht "abkaufen", daß das noch Rollenspiel sei.


    Wenn es dermaßen überzeugend ist, hat der Rollenspieler alles richtig gemacht.

    Deswegen bin ich ein großer Freund von off-sim Absprachen über das Spiel. [...] Alle sind gleich wichtig für eine MN. Dem wird aber selten Gehör geschenkt.

    Jeder Spieler generiert Aktivität. Aktivität ist das Ziel der meisten MNs, folglich sollte ein gutes Miteinander das Primärziel sein. Absprachen sind folglich unabdingbar. Die Einhaltung dieser Absprachen muss allerdings auch von jemandem durchgesetzt werden. Nicht jeder Spieler ist vernünftig.

    Hier interessant auch die fließende Grenze von der Virtuellen Nation zur 'Micronation'. Sind die Leute am anderen Ende des Internets sie selbst oder eine ID oder ein zwischending? Ist das 'simulieren' das 'spielen einer Rolle'?

    In dem Zusammenhang eine wichtige Frage an die Freunde des MN-Stils: Wenn man simuliert, anstatt eine Rolle zu spielen, wie kann denn in dem Fall überhaupt von einer Trennung zwischen SimOn und SimOff gesprochen werden? Schließt sich das nicht aus?

  • Die Einhaltung dieser Absprachen muss allerdings auch von jemandem durchgesetzt werden. Nicht jeder Spieler ist vernünftig.

    Dazu gibt es den Betreiber des Forums. Aber ob etwas durchgesetzt werden muss sollten immer auch die Spieler miteinander entscheiden - sofern es nicht gegen Gesetze oder Sitten verstößt. Es bedarf keines in-Sim Kaisers.

    Das wollte ich damit ausdrücken.

  • Wenn man simuliert, anstatt eine Rolle zu spielen, wie kann denn in dem Fall überhaupt von einer Trennung zwischen SimOn und SimOff gesprochen werden?

    Ich kann kein Rollenspiel, meine IDs haben alle irgendwas von mir, und die die mir am Herzen liegen, besonders. Meine IDs tun das, was ich will, und das sage ich auch offen, schließlich verfolge ich ja ein Ziel mit dem was ich mache, z.B Präsident werden, oder ein Gesetz durchsetzen.

    es würde an sich sogar funktionieren mit beiden Stilen zusammen zu simulieren, interessanterweise, zumindest meine Erfahrung, ist es immer die Rollenspielfraktion gewesen, die Knüppel geworfen hat und mich zum Rollenspielstil zwingen wollte^^

  • In dem Zusammenhang eine wichtige Frage an die Freunde des MN-Stils: Wenn man simuliert, anstatt eine Rolle zu spielen, wie kann denn in dem Fall überhaupt von einer Trennung zwischen SimOn und SimOff gesprochen werden? Schließt sich das nicht aus?

    Die Trennung heißt, daß Du nicht einfach anfängst von einer Rede von Joseph Stalin 1937 in Moskau oder den Pariser Studentenunruhen 1968 zu reden, sondern Dich nur auf die MN-Welt - zum Beispiel die CartA - beziehst.

    Im Endeffekt ist das schon modernerer Stil, in der Frühzeit der MNs wurde das nicht konsequent getrennt. Wobei es auch heute nicht gänzlich unüblich ist, sich auf RL-Wissenschaftler, Ereignisse usw. zu beziehen, aber man geht dann halt stillschweigend davon aus, daß sie irgendwo in den MNs gelebt bzw. stattgefunden haben und formuliert dann ggf. hinreichend vage.

  • Weitere Trennungswünsche, die irgendwann aufkamen:

    • Nicht Wissen der einen ID mit der anderen zu benutzen, insbesondere wenn die Figur in einer anderen MN das Wissen erlangt hat. (Es sei denn, die ID war von Anfang an als Spion angelegt.) Ein Chilavert in Wolfenstein untersagte aber noch 2006 oder so, bei ihm Bürger zu sein, wenn man eine andere Staatsbürgerschaft in einer MN hatte und es geht nicht um die ID sondern die RL-Person.
    • Nichts zu wissen, das in Wohnungen gesagt wird. Von einigen wie Grimmberg ebenfalls noch ewig lange boykottiert.

    Das ist dann quasi der Beginn des (rudimentären) Rollenspielstils.

  • Daß es das noch irgendwo gibt, hätte ich nicht gedacht...

    Aber jede Rede InSim, daß ein "mikronationales" Land "inaktiv" geworden ist, ist eigentlich alter Nichttrennungsstil, es sei denn es wäre die Rede von einer fiktiven MN-Welt, auch wenn freilich manche aus der alten Garde das Wort "inaktiv" u.ä. noch so in ihrem Sprachgebrauch haben.

  • Gut man muß vielleicht noch einiges Ergänzen:

    Spionage heißt nicht Paßwörter in Erfahrung zu bringen.

    Sabotage heißt nicht Datenbanken zu löschen oder Posts umzuschreiben.

    Krieg heißt nicht Foren zu hacken.

    Revolution heißt nicht dem Betreiber seine MN wegzunehmen und woanders neu aufzumachen.

    Vergeltung heißt nicht die Anschrift des Spielers ins Netz zustellen oder sich in seinen PC zu hacken und Zeug wie Bilder von ihm von ihm ins Netz zu stellen.

    Gegen die "gute Alte Zeit" ist Lüneburg der reinste Rollenspielfanatiker. :D

  • Daß es das noch irgendwo gibt, hätte ich nicht gedacht...

    Aber jede Rede InSim, daß ein "mikronationales" Land "inaktiv" geworden ist, ist eigentlich alter Nichttrennungsstil, es sei denn es wäre die Rede von einer fiktiven MN-Welt, auch wenn freilich manche aus der alten Garde das Wort "inaktiv" u.ä. noch so in ihrem Sprachgebrauch haben.

    Hä?

  • Hast Du Grieds Link aufgerufen?

    Zitat

    Der Zwölferrat nimmt Kenntnis von der katastrophalen Inaktivität in der mikronationalen Welt

    Das Wort "mikronational" wäre in einem SimOn-Text bei Trennung eigentlich zu streichen, "Aktivität" ist an und für sich auch ein Begriff der Metaebene, denn im Grunde werden wohl täglich Milliarden Menschen ihrer Arbeit nachgehen, auch wenn die Regierungen vielleicht etwas träge scheinen.

  • Wer, ich? Ich BIN der Zwölferrat. Weiss nicht, was Gried da wieder geraucht hat, als er ins Schwarzhahnforum ungefragt hereintrampelte und seinen Müll absonderte. Als ob Gried definieren darf, was ich schreiben darf oder nicht! Dem fehlt‘s doch im Kopf.

  • Wer, ich? Ich BIN der Zwölferrat. Weiss nicht, was Gried da wieder geraucht hat, als er ins Schwarzhahnforum ungefragt hereintrampelte und seinen Müll absonderte. Als ob Gried definieren darf, was ich schreiben darf oder nicht! Dem fehlt‘s doch im Kopf.

    Klar, wenn man seine Meinung angibt, fehlt es einem im Kopf und man muss ihn sperren. Wo du politisch einzuordnen bist, ist völlig klar.

    Aber das du so bist, wussten wir schon seit Jahren(und Simon natürlich auch):

    Shaikh von Alegon

    (Avatar: Hamid Fadaei)

  • Aber jede Rede InSim, daß ein "mikronationales" Land "inaktiv" geworden ist, ist eigentlich alter Nichttrennungsstil, es sei denn es wäre die Rede von einer fiktiven MN-Welt, auch wenn freilich manche aus der alten Garde das Wort "inaktiv" u.ä. noch so in ihrem Sprachgebrauch haben.

    Ich bin als jemand der 2014 dazu kam nicht alte Garde, spreche aber ebenfalls von inaktiv, was denn auch sonst?

    Popcorn, frisches Popcorn! Will wer etwas?

    Ich hätte auch noch Cola anzubieten!

    Her damit, wenn ich schon im Urlaub auf Arbeit einspringen muss!

  • Ich finde untergegangener Staat oder so irgendwas ja schöner, aber das mag Geschmackssache sein.

    Wirft Lüneburg nen Eimer mit Popcorn und n' Sixpack Cola rüber.

  • Ich bin als jemand der 2014 dazu kam nicht alte Garde, spreche aber ebenfalls von inaktiv, was denn auch sonst?

    Für mich kann es SimOn keine "inaktiven" Staaten geben, weil Staaten selbst nicht handeln können, sondern nur ihre Organe, höchstens vielleicht "inaktive Regierungen", aber da würde ich eher "untätig" sagen, oder bei Abgeordneten "abgängig" oder "verschollen" oder auch "untätig". Ich habe nämlich noch nie in der tagesschau etwas gehört wie daß Staaten "inaktiv" geworden seien.