Beiträge von Charles Lanrezac

    Also meines Erachtens muss man auch nicht den Doktor machen. Wer mit gesundem Menschenverstand simuliert, wird sowieso alles richtig machen. Es geht einfach darum, dass nicht plötzlich irgendwelche völlig unwahrscheinliche Sachen auftauchen.


    Als Beispiel gebe ich die Straliensimulation. Da war zwischen mir und dem Stralienspieler abgesprochen, dass ich mit dem Schwarzen Hahn auf der Insel Geelong lande, dieses besetze, dann blitzartig aufs Festland übertrete und dadurch Stralien in den Grundfesten erschüttern würde, was dann Astor und Dreibürgen vermutlich zu einem Kriegseintritt bewogen hätte. Das war unser gemeinsamer Simoff-Plan. Aber kaum war ich auf Geelong, riegelte mich der Stralienspieler (!) mit einer Luftwaffe und Marine ab, die nirgendwo aussimuliert war und die sich das bitterarme Stralien gar nicht leisten konnte. Ausserdem war es so ja gar nicht abgemacht. Die Zeit, die ich benötigte, um mich sowohl SimOff als SimOn zu fassen und den Mund vor Erstaunen wieder zuzubekommen, wurde dann natürlich vom Astor-Militärspieler (Steve McQueen) genutzt, um mich sofort auf Geelong in der Luft und zur See abzuriegeln und zack war der Schwarze Hahn auf einer Insel gefangen. Für Aussenstehende, welche die Interna nicht kannten, stand ich dann mit meinem Groll noch als schlechter Verlierer da ...

    Einen Lehrgang finde ich jetzt etwas übertrieben. Was es braucht, sind:


    a) gesunder Menschenverstand;

    b) rudimentäre (nicht: komplizierte!!) Regeln. Gut finde ich diejenigen des Grafen Düsterstein;

    c) einigermassen realistisch ausgestaltete Streitkräfte. Das bedeutet, dass die Streitkräfte im Rahmen der Bevölkerungszahl und eines realistischen BIP/Einwohner ausgestaltet sind. Ausserdem soll die Ausgestaltung für die Gefechtssimulation abschliessend sein, damit nicht aus dem Nichts plötzlich D-Day-Landekapazitäten da sind, mit denen ein Gegner vorher nicht rechnen musste/durfte.


    Grundsätzlich ist weniger mehr. Lieber mit bescheidenen Streitkräften interessante Simulationen als Powergaming (wenn möglich noch mit aus dem Hut gezauberten Streitkräften). Es ist selbstverständlich, dass grosse Staaten auch ein grosses Militär haben können.


    Ein ganz miserables Beispiel, bei dem alle drei oben genannten Grundsätze krass verletzt wurden, sehen wir hier. Wer so simuliert, ist MN-gesellschaftlich tot.

    Ich hab jetzt in deinen Beiträgen gesucht und in der Sache nur Hinweise mit Links auf nicht mehr existente Foren gefunden. Daher nein, hast du nicht :P

    Super ... alles weg. Ok.


    Was eine WarSim betrifft, werden wir schon wieder irgendwann mal Gelegenheit dazu haben. Mir scheint, dass viele diesbezüglich gute Spieler noch in den MNs vorhanden sind: du Gried, dann Long Ju, auch Westplate, bei den Dreibürgenern ein paar ... das Potential ist schon da. Da wir alle sehr beschäftigt sind, dauert es halt etwas länger als früher, bis wieder mal was kommt.


    Ich hatte bis jetzt meiner Erinnerung nach nur mit einer Person in einer WarSim massiv Mühe und das war eben der Stralienspieler. Kurz nach Beginn der Sim entwickelte ich ihm gegenüber eine persönliche Abneigung, weil er sich in keiner Weise wie selbstverständlich an den vereinbarten Rahmen hielt (welcher nur ihm und mir bekannt war) und Karnickel aus dem Hut zauberte. Ich fühlte mich in zehn Jahren MNs noch nie so verarscht und das schlug sich in einer starken Antipathie ihm gegenüber nieder. Er wird das anders sehen und vielleicht bin ich auch ein viel zu nachtragender Arsch, wie auch immer, manchmal funktioniert halt die Chemie nicht.


    Einen sofortigen Abbruch mache ich, wenn die Vorstellungen bezüglich einer WarSim diametral auseinanderlaufen. Das hatte ich in Aquatropolis mit Lady Enigma und in Bengali, als sich der Kushite einmischte. Aber sonst war ich eigentlich meistens zufrieden. Auch den Androspieler empfand ich als angenehm.

    Seinerzeit fand ich das in Stralien etwas anstrengend. Einzig der Spieler hinter Stralien selbst bekam keinen Wutausbruch als die Pläne nicht aufgingen und ein anderer Spieler einen Trumpf ausspielte. Es geht auch bei militärischen Sims nicht ums Gewinnen, sondern eine tolle Sim für alle Teilnehmer. Dazu gehört aber auch mal zurückzustecken und zu verlieren (oder gewinnen zu lassen).

    Die Straliensimulation wurde eben gerade durch Powergaming seitens des Stralienspielers verdorben.

    Ich hatte in der Vergangenheit immer wieder den Eindruck einige Spieler würden glauben ihre Sim wäre hochgradig realistisch wenn sie einfach nur RL-Fakten kopieren. Dabei übernehmen dann MNs die gerne Großmächte spielen wollen teilweise einfach Waffensysteme von RL-Großmächten ohne zu prüfen ob ein RL im Kontext des kalten Krieges entstandenes Waffensystem in einer multipolaren Weltordnung wie wir sie in den MNs haben überhaupt Sinn macht (oder zumindest genug dass jemand Zeit und Ressourcen in deren Entwicklung stecken würde). Interessanterweise scheint z.B. Astor diese Fallgrube ganz gut vermieden zu haben (zumindest war das beim Überfliegen ihrer Militäraufstellung mein Eindruck).

    Scharf beobachtet und ein Danke für die Blumen, wurden die astorischen Streitkräfte doch seinerzeit 2011 von mir ausgestaltet. Und ja, dabei musste eben gerade die von dir beschriebene Fallgrube vermieden werden. Das ging übrigens nicht ohne erheblichen Widerstand, weil es Leute gab, die unreflektiert das RL-Militär abkupfern wollten in der Meinung, dass die Grösse Astors sich in grossen Truppenzahlen und vielen Militärverbänden widerspiegeln müsse.


    Das MN-Astor ist anders als die heutige RL-USA in praktisch keine Bündnisverpflichtungen eingebunden und betreibt eine extrem isolationistische Politik. Deshalb gab es keinen Grund für starke Bodenkampfverbände. Hingegen sieht man sich in Astor stets als Grossmacht, die durchaus (so sie denn will) auch schnelle und harte globale Schläge austeilen können muss. So landete man zwangsläufig bei viel Technik und wenig Personal. Dreibürgische Regierungsstellen konnten seinerzeit bei einer Besprechung über Abrüstungsfragen kaum glauben, wie gering die astorischen Streitkräfte sind.

    Hab mir das jetzt auch mal Durchgelesen und nunja...


    Es Liest sich zwar Zeitweise sehr gut aber es wirkt sehr Flach ohne echten Tiefgang und sehr einseitig.


    Fast schlecht gescriptet könnte man sagen.

    Hättest du uns zur Anschauung ein besseres Beispiel, vielleicht sogar von dir selbst?

    Eine hervorragende Simulation!


    Mir ist immer noch nicht klar, wer die RL-Person hinter der ID Gwailou ist. Bin extrem gespannt, dass dieses Rätsel aufgelöst wird.


    Richtig schön simuliert, ein Dankeschön und meine Anerkennung an alle Beteiligten.

    Vielleicht ist es nützlich, in dieser Frage zwischen einer ID und dem RL-Spieler dahinter zu unterscheiden.


    Tatsächlich mutet es merkwürdig an, wenn eine ID nach wenigen Jahren zum General aufsteigt. Wenn aber der Spieler hinter dieser ID viel Fleiss und/oder Können gezeigt hat, soll man ihn dafür auch belohnen. Eine mögliche Lösung wäre, dass er mit einer neuen ID weiter oben in der Führungshierarchie einsteigen darf.


    Beispiele:


    a) Ein Spieler bringt die ID „Hans Muster“ und fängt damit als Rekrut an. Er zeigt in der Grundausbildung viel Einsatz und kann auch was und wird auf einen Offizierslehrgang geschickt. Für diese ID sollte dann erstmal die nächsten Jahre mit dem Rang eines Leutnants Schluss sein. Als solcher kann er aber in der Simulation verschiedene Dienstposten durchspielen wie z.B. Zugführer eines Schützenzuges, Kompanieführerstellvertreter, Ordonnanzoffizier und Adjutant im Bataillonsstab usw.


    b) Zeigt der Spieler Interesse und Fähigkeiten für Höheres, kann er mit einer neuen ID „Fritz Obermuster“ auf der Ebene Kompanie einsteigen und es bis zum Bataillonskommandeur bringen mit Verwendungen in einem Brigade- und/oder Divisionsstab.


    c) Hat sich der Spieler auch jetzt wieder gut bewährt, kann er mit einer dritten ID „Walter Toppmann“ als Einsternegeneral einsteigen und die Leiter hoch.


    Niemand verlangt im Übrigen, dass der Spieler reell über die Fähigkeiten verfügen muss, die ein Leutnant, Major oder General haben muss. Das ist schliesslich nur ein Spiel. Bei den Beispielen oben geht es hauptsächlich darum, dass sich der Spieler bei a) mit Gefechtstechnik, bei b) mit Taktik und bei c) mit Operationsführung beschäftigt und in den Grundzügen versteht.


    Entsprechend habe ich meine Militärschule des Schwarzen Hahns so aufgebaut, dass dort Gefechtstechnik, Taktik und Operationsführung gelehrt werden und zwar parallel. Der Militärschüler soll das Grundsätzliche lernen und begreifen und zwar bezüglich a) dem Feuergefecht eines Schützenzuges, b) dem Einsatz eines taktischen Körpers wie Bataillon/Regiment/Brigade und c) der Führung grosser Armeeteile wie z.B. Armeekorps.


    Hat der Spieler das begriffen , sehe ich keinen Grund, ihm nicht eine entsprechende Funktion zu geben. Dann kann er auch General werden, aber natürlich nicht mit einer Rekruten-ID. Und das auch bereits nach wenigen Monaten. Wenn einer was kann, will ich ihn nicht aufhalten, sondern fördern.