• Hmm
    *so* Also wir sind erstens mal grundsätzlich nicht gegen Kriegssimulationen, da Krieg nunmal leider Bestandteil (und ein nicht zu kleiner) der Welt ist.

    Des weiteren bin ich fast grundsätzlich dagegen etwas aus der RL welt nachzusimulieren auch wenn ich Schilda irgendwie knuffig finde.

    Futuna zum Beispiel ist ein schönes Beispiel dafür dass man eine Simulation auch leben kann ohne etwas nachzubauen.
    */so*

    In Irkanien hat zumindest niemand derzeit vor eine Nuklearwaffe zu bauen.

  • Zitat

    Original von Calin Basescu


    Ich werte den industriellen Fortschritt von kommunistischen bzw. sozialistischen Staaten nach der Dauer wie lange man auf eine Auto nach der Bestellung warten muss.

    Wenn ich so etwas schon lese, wird mir schlecht.

    1. Der Begriff "kommunistische Staaten" ist so lächerlich wie muslimischer Christ oder demokratischer Faschist. An sich schon ein Oxymoron! Es ist das Produkt eines durch Vorurteile und Klischees geprägten Kleingeistes oder ein vollkommen beabsichtigter Versuch zur Lächerlichmachung der Idee des Kommunismus. Der Kommunismus ist die Negierung aller Staatengebilde und ihre positive Aufhebung in der Assoziation freier Individuen. Der Kommunismus ist ein Umstand der erst nach der Weltrevolution und der Auflösung aller Staaten entsteht, nach der liquidierung der Klassengegensätze. Dies erscheint den Apologeten der Reaktion so abstrus, dass sie ihn zur Dummheit erklären mit der Rede von "kommunistischen Staaten".

    2. Wenn man von sozialistischen Staaten spricht, denn wie Wir nun erneut erfahren haben gibt es keine kommunistischen, spricht man grundsätzlich nicht von einem Staat nach dem Vorbild der RL DDR. Eine solche Simulation lass ich mir auch nicht von irgendwelchen ungebildeten Wichtigtuern aufdrücken. In einem sozialistischen System steuert nicht der Staat nach tayloristischer Manier die Wirtschaft, sondern die Arbeiter selbst - durch die Umwälzung der Gesellschaftsordnung zu ihren Gunsten - die die Produktionsverhältnisse so verändert haben, dass sie selbst über die Produktionsmittel verfügen. Das bedeutet also, dass die sozialistische Gesellschaftsordnung nur dann eine sozialistische sein kann, wenn die Wirtschaft, genau wie die Politik von der Arbeiterklasse geführt wird. Wenn die Gesellschaft durch das Proletariat geprägt wird - anders als im Kapitalismus wo die Bourgeoisie trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit dominiert. Das bedeutet, die Wirtschaft muss vom Arbeiter selbst und nicht vom Staat geleitet werden (Arbeiterselbstverwaltung). Der Staat hat also keine Gewalt über die Wirtschaft und somit kann auch von der Schwachsinnsidee von einer Bestellung eines Autos nicht die Rede sein.

  • Herr Che Guevara, das hätten meine ML-Lehrer nicht besser sagen können, was Punkt 1 angeht.Allerdings ist man hier wohl kaum mit der marxistischen Lehre vertraut.Der von Ihnen angesprochene Punkt mit den Staaten und so firmierte bei uns als HA der AK.

    Was Punkt 2 angeht...Ihre Äußerungen sind schlicht Schwachsinn.
    Nach der Errichtung der Diktatur des Proletariates ist doch der Staat
    Instrument der herrschenden Klasse und steuert als solcher die Produktion(sozialistische Planwirtschaft).
    Die Theorie mit der Arbeiterselbstverwaltung ist sektiererischer Unsinn.
    Wollen Sie bitte erklären,wie auf der Ebne der Arbeiterselbstverwaltung überhaupt so komplexe industrielle Prozesse, wie sie zur Herstellung eines Autos nötig sind, organisiert werden sollen?Die Kontrolle des sozialistische Staates(Machtinstrument der AK) ist in der marxistischen Theorie zentral.Und daß der Kommunismus den Staat abschafft, ist ein rein begrifflicher Aspekt, denn "Staat" wird als Instrument der Klassenherrschaft definiert.Die Organisationstrukturen werden sich
    nicht grundlegend ändern.
    Mit Ihren Bemerkungen eifern Sie Ihrem Namensvorbild nach, der hat die Theorie auch nicht kapiert, speziell den Punkt mit der revolutionären Situation.

    Solange es noch lebende Grüne gibt braucht man keine Tierversuche.

  • Zitat

    Original von Lady Enigma
    Herr Che Guevara, das hätten meine ML-Lehrer nicht besser sagen können, was Punkt 1 angeht.Allerdings ist man hier wohl kaum mit der marxistischen Lehre vertraut.Der von Ihnen angesprochene Punkt mit den Staaten und so firmierte bei uns als HA der AK.

    Was Punkt 2 angeht...Ihre Äußerungen sind schlicht Schwachsinn.
    Nach der Errichtung der Diktatur des Proletariates ist doch der Staat
    Instrument der herrschenden Klasse und steuert als solcher die Produktion(sozialistische Planwirtschaft).
    Die Theorie mit der Arbeiterselbstverwaltung ist sektiererischer Unsinn.
    Wollen Sie bitte erklären,wie auf der Ebne der Arbeiterselbstverwaltung überhaupt so komplexe industrielle Prozesse, wie sie zur Herstellung eines Autos nötig sind, organisiert werden sollen?


    Wieso sollen derartige Prozesse bei Profitinteresse des "Produzenten" (also des Inhabers der produzierenden Firma, bzw. der Aktieninhaber) besser organisiert werden können? Ich halte dieses Argument für ausgemachten Unsinn. Das würde dann tatsächlich eine Kommandowirtschaft nach sich ziehen.

  • Falls sie sich auf das Argument mit der Arbeiterselbstverwaltung beziehen, sollte der Denkfehler auf der Hand liegen.Wenn Asvk produzieren, was sie für richtig halten, setzen sie sich dem Markt aus
    und agieren wie kapitalistische Firmen.Lässt der sozialistische Staat das zu, wo ist dann der Unterschied zum Kapitalismus(RL einige Aspekte der NÖP).Ansonsten eben Kommandowirtschaft, wie im RL.
    Was dabei doch immer vergessen wird, ist der dem Menschen angeborene Egoismus.Daran krankt die ganze marxistische Theorie.
    Die Geschichte beweist es doch.Immer werden sich Menschen finden, die diese Idee als Mittel zum Zweck nutzen und bisher haben sie immer die Oberhand behalten.

    Solange es noch lebende Grüne gibt braucht man keine Tierversuche.

  • Zitat

    Original von Ernesto Ché Guevara
    In einem sozialistischen System steuert nicht der Staat nach tayloristischer Manier die Wirtschaft, sondern die Arbeiter selbst - durch die Umwälzung der Gesellschaftsordnung zu ihren Gunsten - die die Produktionsverhältnisse so verändert haben, dass sie selbst über die Produktionsmittel verfügen. Das bedeutet also, dass die sozialistische Gesellschaftsordnung nur dann eine sozialistische sein kann, wenn die Wirtschaft, genau wie die Politik von der Arbeiterklasse geführt wird.

    Soweit ich weiß, geht es im Sozialismus um die Diktatur des Proletariats. Das ist schon an sich ein Widerspruch. Ein Diktator ist jemand, der seinen Staatswillen durchsetzt. Aber wie will man ohne Demokratie den Willen einer so großen Gruppe wie die des Proletariats überhaupt feststellen, geschweige denn umsetzen? So ganz ohne Wahlabstimmungen? Das Proletariat hätte nur in einer Proletariatsdemokratie was zu melden. In einer Diktatur hat das Proletariat dagegen nichts zu sagen. Es gibt Diktatoren die geben die Richtung vor und das Proletariat folgt.

    Weder Politik noch Wirtschaft werden in einer Diktatur von der Arbeiterklasse geführt, sondern von Diktatoren, die allenfalls der Arbeiterklasse entstammen. Damit hat sich der Bezug aber schon.

  • Man muß bedenken, wann dieser Begriff entstanden ist.
    Marx war der Meinung, Diktatur des Proletariates ist wahre Demokratie, da das Proletariat ja in der überwiegenden Mehrheit ist.
    Für die Entscheidungsfindung sollte im Rl-Sozialismus die Parteidemokratie(innerhalb der Arbeiterpartei) sorgen.Ist natürlich hemmungslosem Missbrauch anheimgefallen.DdP deshalb, um zu verhindern, daß andere Klassen ans Ruder kommen.Über die Bedeutung von Enteignung und physischer Vernichtung im marxistisch-leninistische Gedankengut wollen wir schweigen...

    Solange es noch lebende Grüne gibt braucht man keine Tierversuche.

  • Ich bin froh, dass wir in unserem Staat solche Schandtaten ohne den ganzen intellektuellen Überbau machen. Da wird einem ja schwindelig. Wenn mir jemand nicht passt, wird er beseitigt. Ohne Klassenunterschiede und sowas.

  • Tja, bei uns herrscht eben wahre Gleichheit.... ;)
    *flüstert* wollten wir uns nicht wenigstens den Anschein zivilisierten Verhaltens geben???

    Solange es noch lebende Grüne gibt braucht man keine Tierversuche.

    Einmal editiert, zuletzt von Lady Enigma (19. September 2006 um 22:30)

  • Zitat

    Original von Lady Enigma
    Ihre Äußerungen sind schlicht Schwachsinn.
    Nach der Errichtung der Diktatur des Proletariates ist doch der Staat
    Instrument der herrschenden Klasse und steuert als solcher die Produktion(sozialistische Planwirtschaft).


    Bis hier hin ist ihre Polemik inhaltlich korrekt.

    Zitat

    Original von Lady Enigma
    Die Theorie mit der Arbeiterselbstverwaltung ist sektiererischer Unsinn.


    Wie kommen Sie hier auf sektiererischen Unsinn?
    a) Man kann nicht davon ausgehen, dass diese Idee sektiererisch ist, denn dazu müsste sie nur von einer kleinen Splittergruppe innerhalb des Marxismus vertreten werden. Wir sehen jedoch in der Realität, dass der Marxismus-Bebelismus, als der Marxismus der Gegenwart, die stärkste Kraft innerhalb des sozialistisch-kommunistischen Lagers ist.
    b) Man kann die Arbeiterselbstverwaltung nicht als sektiererischen Unsinn Bezeichnen, also als einen Unsinn der durch eine kleine Sekte verbreitet wird, denn die Arbeiterselbstverwaltung war nicht das Produkt einer Sekte, sondern das von Karl Marx.

    Zitat

    Original von Lady Enigma
    Wollen Sie bitte erklären,wie auf der Ebne der Arbeiterselbstverwaltung überhaupt so komplexe industrielle Prozesse, wie sie zur Herstellung eines Autos nötig sind, organisiert werden sollen?


    Was ist die Arbeiterselbstverwaltung?
    Gehen Sie davon aus, dass sie etwa ein Gebilde aus voneinander unabhängigen, voneinander isolierten Unternehmen ist? Nach Ihrer Äußerung zu urteilen ist dies anscheinend der Fall. Doch dies trifft bei der Arbeiterselbstverwaltung nicht zu.
    Die Arbeiterselbstverwaltung ist nichts anderes als die konsequente Ausübung, Umsetzung des Rätesystems. Das Rätesystem beschränkt sich nicht nur auf die Politik. Sie ist allgegenwärtig, auch die Wirtschaft wird durch sie, aber nicht durch Politiker oder Parteien, geleitet. Betriebe entsenden allesamt Delegierte in einen regionalen Rat und dieser entsendet erneut Delegierte in den nächst-höheren Rat, usw. Genau wie die Organisierung eiens Staates durch das Rätesystem umgesetzt wird, wird auch die Wirtschaft verwaltet. Dabei befinden sich alle Betriebe in einer wechselseitigen Beziehung zueinander und sind voneinander Abhängig.
    *s.o*
    Die Arbeiterselbstverwaltung ist ein System dass in der Pariser Commune praktiziert wurde. Marx der durch die Pariser Commune so stark inspiriert wurde und von dem damals noch unausgereiften Rätesystem, sah darin einen Teil der Diktatur des Proletariats.
    War etwa die Pariser Commune ein Beispiel für den Staatskapitalismus der UdSSR? Nein. Die Pariser Commune verkörperte die Arbeiterselbstverwaltung.
    *s.o.*
    Nicht eine staatlich geführte Kommandowirtschaft a là Taylor ist eine sozialistische Planwirtschaft, sondern eben die Arbeiterselbstverwaltung. Die Gründe dafür habe ich auch in meinem vorherigen Beitrag erwähnt.
    *s.o.*
    Auch Lenin war sich dessen bewusst. Doch da Russland ein rückständiges Agrarland war, dass sich noch in der Phase dre Industrialisierung befand, sah er die einzige möglichkeit die Industrie aufzubauen im Staatskapitalismus. Einer der Gründe, wieso der Sozialismus nicht in einem von Bauern dominierten Staat umsetztbar ist. Marx wusste das. Er wusste dass in einer Nation die vollständig industrialisiert ist und in dem der Kapitalismus erst richtig funktioniert, der Sozialismus umsetzbar ist, jedoch nicht allein in diesem Land aufbaubar - das ist jedoch ein anderes Thema. Wenn Russland tatsächlich vollständig industrialisiert wäre, hätte sich Lenin niemals für den Taylorismus entschieden, jedoch gab es keine Möglichkeit in einem von der Landwirtschaft dominierten Nation die Arbeiterselbstverwaltung zu organisieren.
    *s.o.*

    Zitat

    Original von Lady Enigma
    Die Kontrolle des sozialistische Staates(Machtinstrument der AK) ist in der marxistischen Theorie zentral.


    Falsch. Erklärung s.o..
    *s.o.*
    In der marxistisch-leninistischen Theorie, aber nicht in der marxistischen.
    *s.o.*

    Zitat

    Original von Lady Enigma
    Und daß der Kommunismus den Staat abschafft, ist ein rein begrifflicher Aspekt, denn "Staat" wird als Instrument der Klassenherrschaft definiert. Die Organisationstrukturen werden sich
    nicht grundlegend ändern.


    *s.o.*
    Wieder sprichst du von der marxistisch-leninistischen Vorstellung vom Kommunismus in der der Staat durch die Partei abgelöst wird.
    *s.o.*
    Falsch. Es ist richtig, dass der Staat als Instrument zur Herrschaft der einen Klasse über die andere dient, doch wenn man von dieser Aussage schon ausgeht, ist die Negierung Ihrer Aussage "es sei nur ein begrifflicher Aspekt" schon teilweise gegeben. Tatsächlich ist es so, dass der Staat obsolet wird mit der Aufhebung der Klassengegensätze, denn wenn sich die Organisationsstrukturen nicht ändern würden, würde dies bedeuten, dass es weiterhin eine Regierung gibt. Das würde bedeuten, dass es also immernoch eine Klasse gibt, nämlich die die Regierung repräsentiert, bzw. die die Regierung darstellt, verkörpert. Wir wissen jedoch genau aus dem Grund, da es keine Klassengegensätze mehr im Kommunismus gibt, dass der Staat in seiner Gesamtheit obsolet wird.
    Ein weiterer Grund wieso die alten Organisationsstrukturen nicht bestehen bleiben können, ist der, dass mit der Machtübernahme des Proletariats bereits ein aussterbender Staat übernommen wird. Ein Staat der zertrümmert ist und während des Übergangs zum Kommunismus noch weiter ausstirbt, bis eben schließlich und endlich kein Staat mehr am Ende existiert. Dies ist eins der wesentlichen Elemente am Sozialismus. Sie jedoch behaupten genau das Gegenteil, was aber Marx *s.o.*Lenin, Trotzki und sogar selbst laut Stalin*s.o.* widerspricht, dessen Thesen genau entgegengesetzt ist.

    Zitat

    Original von Lady Enigma
    Mit Ihren Bemerkungen eifern Sie Ihrem Namensvorbild nach, der hat die Theorie auch nicht kapiert, speziell den Punkt mit der revolutionären Situation.


    Auf dieses Thema brauch ich nicht einzugehen, da es 1. Simoff ist 2. ich Ihnen das Gegenteil bewiesen habe.

  • Zitat

    Original von Lady Enigma
    Man muß bedenken, wann dieser Begriff entstanden ist.


    Die Entstehungszeit ist von geringer Bedeutung, denn wenn man Rousseau gelesen hat, versteht man was Diktatur des Proletariats bedeutet.

    Zitat

    Original von Lady Enigma
    Marx war der Meinung, Diktatur des Proletariates ist wahre Demokratie, da das Proletariat ja in der überwiegenden Mehrheit ist.


    Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Entweder ist es beabsichtigt oder Sie haben tatsächlich nur rudimentäre Kenntnisse was dies betrifft. Es ist richtig, dass die Diktatur des Proletariats die Demokratie in ihrer reinen Form verkörpert (siehe dazu Rousseaus identitäres Demokratiemodell "Der Gesellschaftsvertrag"). Das bedeutet aber nicht dass diese reine Demokratie nach Ihrer bürgerlichen Auffassung her demokratisch ist. Das soll sie auch nicht. Sie ist eine demokratische Diktatur und in diesem Fall schließt das eine nicht das andere aus, denn wenn man vom Begriff Demokratie ausgeht bedeutet dies ganz einfach "Herrschaft der Mehrheit". Was die Diktatur des Proletariats nun zur demokratischen Diktatur macht, ist die Tatsache dass die Machtausübung der Mehrheit einer Gesellschaft über die Minderheit (fast) uneingeschränkt ist, um eben die Macht der Bourgeoisie und ihre ökonomische und kulturelle Hegemonie zu brechen. Es ist das Mittel zur Beseitigung der Klassengegensätze.

    Zitat

    Original von Lady Enigma
    Für die Entscheidungsfindung sollte im Rl-Sozialismus die Parteidemokratie(innerhalb der Arbeiterpartei) sorgen, ..., deshalb, um zu verhindern, daß andere Klassen ans Ruder kommen.


    Auch nur eine Halbwahrheit.

    *s.o.*
    Das Einparteiensystem wurde in Russland ursprünglich konstruiert um dem bäuerlichen Russland und vor allem der politisch schlecht geschulten Masse der Arbeiter und Bauern als eine Vorhut zu dienen. Es ist insofern richtig, dass man diese beiden sozialen Schichten durch die Partei, bzw, durch das Einparteiensystem mobilisieren wollte und so wäre es auch am leichtesten. Doch dass Hauptziel, die politische Schulung der Massen verfehlte man ziemlich. Hätte man die Massen tatsächlich geschult, wäre auch der Sozialismus in einem politisch pluralistischen System möglich, doch man hat die letzten politischen Schritte Lenins eher als Sprungbrett für eigennützige Projekte benutzt und aus der Diktatur des Proletariats die Diktatur der Partei, und schließlich die Diktatur einer Person gemacht.
    *s.o.*

  • Zitat

    Original von Ernesto Ché Guevara
    Das bedeutet aber nicht dass diese reine Demokratie nach Ihrer bürgerlichen Auffassung her demokratisch ist. Das soll sie auch nicht. Sie ist eine demokratische Diktatur und in diesem Fall schließt das eine nicht das andere aus, denn wenn man vom Begriff Demokratie ausgeht bedeutet dies in ganz einfach "Herrschaft der Mehrheit".

    *so* Und wenn man vom Begriff Diktatur ausgeht, ist das die Herrschaft einer Minderheit über ein Volk. Demokratie ist die Herrschaft des Volkes. Demokratische Diktatur, da kriegt man ja rote Haare, weil einem das Gehirn rostet. *so*

    Zitat

    Original von Ernesto Ché GuevaraHätte man die Massen tatsächlich geschult, wäre auch der Sozialismus in einem politisch pluralistischen System möglich,

    *so* Schulung meint hier natürlich Gehirnwäsche. *so*

  • Zitat

    Original von Nr.1
    *so* Und wenn man vom Begriff Diktatur ausgeht, ist das die Herrschaft einer Minderheit über ein Volk. Demokratie ist die Herrschaft des Volkes. Demokratische Diktatur, da kriegt man ja rote Haare, weil einem das Gehirn rostet. *so*


    Was Sie als Diktatur beschreiben, ist die bürgerliche Diktatur. Die proletarische Diktatur ist, wie ich es gesagt habe, die Diktatur der Mehrheit der Bevölkerung, ihre Herrschaft über die Bourgeoisie durch die Verwendung der Basisdemokratie. Sie hängen einfach nur zu sehr an Begriffen.


    Zitat

    Original von Nr.1
    *so* Schulung meint hier natürlich Gehirnwäsche. *so*


    *s.o.*
    Nein ganz und garnicht. Man kann sich sicherlich vorstellen, wie hoch der Bildungsgrad der einfachen Bevölkerung in einem rückständigen Agrarland, wie es Russland einst war, gewesen ist.
    Menschen aus den unteren Schichten genossen nicht das Privileg einer Schulausbildung. Meist nur Angehörige der höheren gesellschaftlichen Schichten konnten Schulen besuchen. So z.B. Lenin oder Bucharin oder Trotzki. Sie stellten die proletarischen Jacobiner dar. Sie besaßen im Vergleich zur Masse der Arbeiter und Bauern einen erstaunlich hohen Bildungsgrad, denn sie stammen nicht aus dem Proletariat ab. Ihre Wurzeln befanden sich in der russischen Bourgeoisie.
    Ich rede von politischer Schulung, meine aber Bildung für die Massen. Die Rede ist nicht von Gehirnwäsche. So etwas ist unsinn.

    In einer Gesellschaft, in der die Mehrheit ungebildet ist und die Minderheit eine relativ gute Bildung genießt, ist politischer Pluralismus keine Erscheinung einer aufrichtigen Demokratie. Erst wenn verschiedene Schichten der Gesellschaft einen ähnlichen Bildungsgrad genießen, kann man von gerechten, demokratischen Verhältnissen ausgehen. Genau dies war auch einer der Gründe, wieso das Einparteiensystem eingeführt wurde.

    Eben weil Lenin und co. gebildeter waren als die Massen, meinte man, sie könnten die Avantgarde der Arbeiter und Bauern darstellen. In diesem Denken Lag jedoch der Ursprung allen Übels.
    *s.o.*

  • Zitat

    Original von Ernesto Ché Guevara
    Was Sie als Diktatur beschreiben, ist die bürgerliche Diktatur. Die proletarische Diktatur ist, wie ich es gesagt habe, die Diktatur der Mehrheit der Bevölkerung, ihre Herrschaft über die Bourgeoisie durch die Verwendung der Basisdemokratie. Sie hängen einfach nur zu sehr an Begriffen.

    Die Sache ist einfach die, auf verschieden benutzte Begriffe lassen sich 80,880173 % (grobe Schätzung von mir) aller Meinungsverschiedenheiten zurückführen. Zum Beispiel kann man sich darüber streiten, was Demokratie ist. Das ist aber eigentlich ein dummer Streit. Stattdessen sollte man den Begriff Demokratie einfach nicht benutzen, sondern stattdessen beschreiben, was man meint. Wenn sie sagen, es wird ein Zustand angestrebt, in dem die Bourgeoisie entmachtet wird und nur noch Arbeiter Wahlrecht haben, dann kann man inhaltlich an der Sache bleiben und muss nicht über formale Begriffe streiten.

    Was ich nicht verstehe ist, wie man Bourgeoisie unterdrücken kann. Wie kann man denn die herrschende Klasse unterdrücken? Entmachtete Bourgeoisie ist keine Bourgeoisie mehr. Also man kann sie nur entmachten, enteignen und zu Arbeitern machen. Dann aber haben sie wieder genauso Recht auf politische beteiligung und werden stückweise den nächsten Umsturz einläuten.

    Zitat

    Original von Ernesto Ché Guevara
    *s.o.*Ich rede von politischer Schulung, meine aber Bildung für die Massen. Die Rede ist nicht von Gehirnwäsche.
    *s.o.*

    *s.o.*Manchmal ist es schon gut, von dem zu reden, was man meint. Bildung für die Massen hört sich schon ganz anders an als politische Schulung. Wären alle Menschen soweit gebildet, dass sie Anwälte und Astrophysiker werden können, würde der Müllmann mehr verdienen als sein Anwalt, weil einfache, langweilige Jobs sonst keine überqualifizierten Bürger machen wollen.*s.o.*

  • Zitat

    Original von Nr.1
    Was ich nicht verstehe ist, wie man Bourgeoisie unterdrücken kann. Wie kann man denn die herrschende Klasse unterdrücken? Entmachtete Bourgeoisie ist keine Bourgeoisie mehr. Also man kann sie nur entmachten, enteignen und zu Arbeitern machen. Dann aber haben sie wieder genauso Recht auf politische beteiligung und werden stückweise den nächsten Umsturz einläuten.


    Es ist natürlich nicht so schnell erledigt mit der "Entmachtung" der Bourgeoisie, aber wenn der Zustand eintritt in der die Bourgeoisie nicht mehr die kulturelle, ökonomische und politische Hegemonie in der Gesellschaft besitzt, dann kann man von der Beseitigung der Klassengegesätze sprechen.

    Zitat

    Original von Nr.1
    *s.o.*Manchmal ist es schon gut, von dem zu reden, was man meint. Bildung für die Massen hört sich schon ganz anders an als politische Schulung. Wären alle Menschen soweit gebildet, dass sie Anwälte und Astrophysiker werden können, würde der Müllmann mehr verdienen als sein Anwalt, weil einfache, langweilige Jobs sonst keine überqualifizierten Bürger machen wollen.*s.o.*


    *s.o.*
    Darum geht es mir überhaupt nicht. Eine hohe Bildung bringt nicht zwangsläufig einen besseren Beruf mit sich.
    Dazu habe ich noch im Nachhinein in meinem vorherigen Beitrag etwas geschrieben was ich an dieser Stelle wiederholen möchte:

    "In einer Gesellschaft, in der die Mehrheit ungebildet ist und die Minderheit eine relativ gute Bildung genießt, ist politischer Pluralismus keine Erscheinung einer aufrichtigen Demokratie. Erst wenn verschiedene Schichten der Gesellschaft einen ähnlichen Bildungsgrad genießen, kann man von gerechten, demokratischen Verhältnissen ausgehen. Genau dies war auch einer der Gründe, wieso das Einparteiensystem eingeführt wurde."

  • Tut mir leid, aber meine Erwiderung muß ich verschieben,
    bin gerade nur nebenbei drin und diiese Sache erfordert Aufmerksamkeit.

    Solange es noch lebende Grüne gibt braucht man keine Tierversuche.

  • Zitat

    Original von Thorfynn Taake
    Irkanien hat sowieso das einzig wahre demokratische System. ;)


    Nanana... Kennen Sie ein Land ausser Albenien, das ein einzigartiges Dreikammersystem benutzt?

    « Spam gibt es bei uns nicht. Das nennt sich dann entweder Öffentliches Leben oder Politik... »