Beiträge von Enkidu

    Was den intelligenten Choleriker angeht - den gibt es, ohne Frage! Und natürlich macht es Spaß, sich im Rollenspiel barbarisch auzutoben. Mache ich gelegentlich auch ganz gern. Wovon ich sprach oder sprechen wollte, war allerdings das Gerüst der Intrige. Jenes sollte durch eine intelligente Kraft (ID, Partei, Institution ...) getragen werden, der man nicht durch rohe Gewalt allein beikommen kann, sonst sind die anvisierten Ränkeschmiede ja überflüssig.


    Die erhöhte Aktivität im Konfliktfall resultiert wohl nicht aus Motivation, sondern aus Verzweiflung. Es wird versucht, das, was man sich teilweise über Jahre erspielt hat, vor Zerstörung zu schützen. Es mag kurzfristig zur Aktivitätssteigerung beitragen, langfristig schadet es der Motivation in meinen Augen eher und kann zu den erwähnten Verlusten beitragen. Ich würde deshalb davon abraten, das bewusst zu forcieren. Ich bin ein Freund der konstruktiven Atmosphäre.


    Ich kenne inzwischen beide Varianten. Intrigen ohne Leitung, die man laufen ließ, eskalierten ausnahmslos und gingen stets mit dem Verlust von Spielern einher. Dieser Preis ist heutzutage hoch, wenn er denn jemals gerechtfertigt war. Wie Faantir Gried halte ich daher bei einem Intrigenspiel die Lenkung mittels Spielleiter für den Schlüssel des Gelingens. An Spannung mangelt es trotzdem nicht, das darf ich versichern. Es setzt natürlich voraus, dass jemand da ist, der als Spielleiter zu fungieren bereit ist. Alles andere funktioniert nur mit seit Jahren eingespielten Gruppen oder einem objektiven Punktesystem.


    Hier habe ich mir etwas rausgepickt, wo ich gern nachhaken möchte:

    Mit der Verrollenspielung und dem Spielermangel ist es aber nun teils auch in die klassischen Demokratien eingedrungen/eingezogen, die Konsequenzen von Regierungshandeln zu betrachten.


    Wer es trotz meines eindeutigen Namens noch nicht erkannt hat: Ich bin einer der ominösen Mitspieler aus Futuna, die angeblich nicht existieren. (Lande darf sich aus seinem Schützengraben wieder ausbuddeln.) Folglich bin ich primär Rollenspieler. Siehst du die Verrollenspielung als Gewinn oder Verlust für das politische Intrigenspiel, oder war es gänzlich anders gemeint?


    Für eine internationale Gesprächsrunde wäre ich im Übrigen zu haben, es müsste nichts Politisches sein, da können auch Privatpersonen plaudern. Ist vielleicht sogar interessanter, da nicht so steif.


    Weil ich "Chinopien" nicht als identisch zu "China" betrachte, sehe ich das wie Arjan und mich stören keine kulturellen Diskrepanzen zum Vorbild. Wahrscheinlich würden sie mir nicht mal auffallen.

    Parolen schreien ist leicht, für gute Intrigen aber sind die leisen Töne interessanter. Wirkliche Spannung entsteht da, wo scharfe Geister rivalisieren. Entsprechend wollen die Mitspieler orchestriert sein, Suspense ist in einem solchen Szenario das Stichwort. Die Krawallbrüder erachte ich dabei eher als Werkzeuge, sie dürfen gern dumm sein und entsprechend roh auftreten. Manchen macht es so mehr Spaß. Auf den, der sie aus dem Hintergrund lenkt, sollte das allerdings nicht zutreffen, sonst wird aus der Intrige bloßes Hack'n'Slay.

    Ich freue mich, dass noch ein paar interessante Beiträge eingetrudelt sind.

    Es wäre eine Überlegung wert, die HID öffentlich zu machen, fand aber bisher, wo ich die Diskussion dazu eröffnet ahbe, keinen Anklang.

    Ich habe im Laufe der Jahre in verschiedenen Foren - nicht allein MNs - alle möglichen Varianten erlebt. Auch eine farbige Kennzeichnung von Neben-IDs war dabei. Innerhalb der Simulation hatte das zwar nicht zur Entspannung des Geschehens beigetragen, sehr wohl aber im Sim-Off-Bereich, wo Neben-IDs obendrein keine Schreibrechte besaßen. Das ist sicher nicht in allen Foren notwendig, in jenem aber kam es der Harmonisierung durchaus entgegen.

    Ich habe nur einen Grund gesucht, Urlaubsbilder hier aus Schweden zu teilen.

    Ein wenig Neid kommt da schon auf.

    Da du meine Erfahrungen zum politischen Intrigenspiel falsch findest, hätten mich ja deine interessiert. Ich finde das Thema als Diskussionsgrundlage eigentlich ganz reizvoll, weshalb ich mich hier letzten Endes auch zu Wort gemeldet habe.

    Ich hatte nicht vor, eine Doktorarbeit zu verfassen und meine Gedanken zu beweisen. Das macht hier keiner. Ob du mich magst oder nicht, sollte für den Inhalt nicht relevant sein, wenn man tatsächlich am ernsthaften Austausch interessiert wäre. Ich habe scheinbar schlichtweg andere Erfahrungen gemacht als du. ;)


    So neu bin ich im Übrigen nicht, das ist nur das Alter des Accounts. Spielt aber nicht wirklich eine Rolle.

    Es gibt überall Menschen, die durchsetzungstärker sind und Menschen mit sanfterem Naturell. Wer in unregulierten Intrigen obsiegen wird, ist nicht schwer zu erraten. Ob man das einen Selbstläufer sein lassen möchte, will gut überlegt sein. Man riskiert in dem Fall den Verlust sensiblerer Mitspieler.


    Mir fallen spontan zwei Möglichkeiten ein, ein erfüllendes politisches Intrigenspiel für alle Gemüter zu gewährleisten:

    1. Bei freien, unregulierten Intrigen ein klares Regelwerk, welches wenig Interpretationsspielraum lässt und beispielsweise den Einfluss einer Partei anhand der Beitragszahlen ihrer Mitglieder berechnet. Das wäre ein objektives Kriterium.
    2. Eine durch die Spielleitung initiierte und geleitete Intrige, bei welcher der Sieger inoffiziell längst feststeht, auch wenn er es nicht zwingend weiß - der Spieler. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl mangelt es hier trotz der Planung nicht an Spannung.

    Ich sage nicht, dass diese Möglichkeiten die einzigen oder besten sind, um einer Eskalation vorzubeugen, aber ich möchte sie als Denkanreiz in den Raum werfen.