Er spielt wohl auf Nils von Berg, Nehrenmann und den Herzog von Naulakha an.
Politische Intrigen
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Ich fürchte jetzt sind wir so langsam im praktischen Teil angelangt, wo das theoretisch besprochene Intrigieren auch mal ganz real ausprobiert sein will.

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... Ich habe mir nicht das geringste vorzuwerfen und webn die MdM Discord Administration keine Agenda gegen mich fahren würde, wäre ich auch noch drauf, das ist Fakt
MdM Discord Administration? Wer oder was is'n das? Der MdM hier hat jedenfalls mit Discord nichts zu tun.
Keine Angst, Du bist nicht gemeint
Er spielt wohl auf Nils von Berg, Nehrenmann und den Herzog von Naulakha an.
Die ersten beiden, der Dritte ist ja Neutral gewesen
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Mich hätte die Antwort auf meine Frage interessiert, die ging wohl unter. Da ich den Marvin und seine Vergangenheit nicht kenne, ist sie ganz unvoreingenommen gemeint.
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Mich hätte die Antwort auf meine Frage interessiert, die ging wohl unter. Da ich den Marvin und seine Vergangenheit nicht kenne, ist sie ganz unvoreingenommen gemeint.
Ja, das ging unter. Funktionieren meint, dass sie erfolgreich war, bzw ich mein Ziel erreicht habe.
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Parolen schreien ist leicht, für gute Intrigen aber sind die leisen Töne interessanter. Wirkliche Spannung entsteht da, wo scharfe Geister rivalisieren. Entsprechend wollen die Mitspieler orchestriert sein, Suspense ist in einem solchen Szenario das Stichwort. Die Krawallbrüder erachte ich dabei eher als Werkzeuge, sie dürfen gern dumm sein und entsprechend roh auftreten. Manchen macht es so mehr Spaß. Auf den, der sie aus dem Hintergrund lenkt, sollte das allerdings nicht zutreffen, sonst wird aus der Intrige bloßes Hack'n'Slay.
Mir bleibt dieser Post unverständlich.
Was muss man sich unter rivalisierenden scharfen Geistern vorstellen? Wenn das besonders intelligente und/oder originelle Leute sein sollen, so habe ich von denen in den letzten vierzehn Jahren nur ganz wenige aufgefunden. Das Niveau in unserer Community empfinde ich als unterdurchschnittlich tief.
Ebenso konnte ich nie feststellen, dass Mitspieler „orchestriert“ sein wollen. Und für Spannung sorgte praktisch nie irgend jemand.
Jemand soll die Intrige aus dem Hintergrund lenken? Wie macht man so etwas praktisch? Ganz konkret? Und spannend soll so eine gelenkte Intrige dann auch noch sein? Kann mir da jemand praktische Beispiele aus den letzten fünfzehn Jahren der hier vorliegenden MN-Community geben?
Ich halte diese Diskussion für viel zu akademisch.
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Ich habe nur zwei "Intrigen" gesponnen, allerdings durchaus gegen intelligente Personen. Zum ersten habe ich Neuenkirchen in ihr Verderben geritten, nachdem ich von ihrem Unterwandern und Täuschen Wind bekam. Leider gab es genug Schafe hinterher, die weiter verdorbenes Gras mampfen wollten.
Dann habe ich versucht, das Gelbe Reich zu retten. Erst habe ich eine völlig absurde Simulation mit Hilfe vom Mobiltelefon durchgezogen, die absolut nicht meinem Stil entsprach. Long Ju stand völlig auf dem Schlauch, aber Te Mi hat mich sofort erkannt. Da ich meinen ehemals besten Freund aber sehr gut kenne, habe ich seinen plumpe Art untergraben. Haskor stellt sich immer sehr dumm an, deswegen konnte NK sein Renarien auch unterwandern und er hat Aranien verloren. Danach habe ich Denne zum Zusammenschluss überredet, weil weder Long Ju noch Te Mi den Anstoß verwendet haben, Chinopien aktiv zu halten.
Da hat dann Long Ju später reingegrätscht. Diyarasu und die Storcheninsel sollen eigentlich wieder an Denne fallen, so er denn wiederkehrt. Allerdings ist der Großteil halt "verloren" und Diyarasu hat mehr Bedeutung gewonnen als Rp-Kulisse. Aber so ist das halt.
Ansonsten war ich nur Zeuge von Intrigen, etwa der Ratelonsache oder der Aufteilung der Antarktis.
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Diyarasu hat mehr Bedeutung gewonnen als Rp-Kulisse. Aber so ist das halt.
macht bei Dir momentan auch Sinn, weil Du sowas gut am Leben halten kannst
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Funktionieren meint, dass sie erfolgreich war, bzw ich mein Ziel erreicht habe.
Hier scheint ein wesentlicher Unterschied zwischen MN-Stil und Rollenspiel-Stil zu liegen. Mein Ziel war nie, meine Mitspieler zu frustrieren oder ihre Werke zu zerstören. Für mich meint erfolgreich: Die Spieler hatten Spaß, die Story wurde vorangebracht. Als misslungen würde ich eine Intrige betrachten, die mir die Spieler aus dem Forum jagt. Vor gut fünf Jahren ist mir das allerdings trotzdem mal passiert während einer Militär-Sim, die war ein tiefer Griff ins Klo. Ich hatte gewonnen und doch verloren.
Jemand soll die Intrige aus dem Hintergrund lenken? Wie macht man so etwas praktisch? Und spannend soll so eine gelenkte Intrige dann auch noch sein?
Bitte beachten: Ich bin Rollenspieler und war noch nie an einer MN-Intrige beteiligt, maße mir deshalb keine entsprechenden Kenntnisse an. Aber an etlichen Intrigen in Rollenspielszenarien hatte ich meinen Anteil. Meine Ausführungen sind daher bitte mit dieser Einschränkung zu betrachten.
Wie lenkt man im Rollenspiel nun also eine Intrige praktisch aus dem Hintergrund? Die Beispiele werden nun etwas ausführlicher, aber du wolltest es ja konkret.
Variante 1:
Mit einem Erzähler, dem Spielleiter, der die Situation veranschaulicht und den Spielern Wege anbietet. Die Entscheidungen müssen sie selbst treffen. Die Spannung ergibt sich für den Spielleiter daraus, nicht zu wissen, wie die Spieler reagieren mögen und für die Spieler daraus, nicht zu wissen, was sie hinter der nächsten Kurve erwartet und welche Konsequenzen ihre Entscheidungen mit sich bringen werden. So spielen wir in Futuna.
Variante 2:
Indem man den Spielern eine Figur als Begleiter an die Seite stellt, die bis zu den Ohren in einer solchen Intrige steckt und versucht, die ahnungslosen Spieler zu ihrem Werkzeug zu machen. Die Spieler wissen dabei lange Zeit nicht, welche Rolle diese Figur wirklich spielt, welche sie da um ihren Finger wickelt und unmerklich ihrem Untergang entgegentreibt. Man streut ihnen Hinweise, deuten müssen sie diese selbst. Manche Spieler benötigen nur kleine Krümel, anderen muss man ganze Brote präsentieren. So spielen wir - vielleicht - auch in Futuna. Das muss ich noch herausfinden.
Variante 3:
Eine ausreichende Spielerzahl vorausgesetzt, vereinbart man mit jedem einzeln seine Funktion und sein Ziel. Dabei stehen sie in Opposition zueinander und kennen vom anderen Beteiligten nur Eckdaten. Dann lässt man sie aufeinander los und schaut, was passiert. Eher was für erfahrene Gruppen.
Man kann das alles auch mischen und die Liste ist nicht abschließend. Wie man diese Methodik oder etwas ähnliches aber in jenen MNs anwenden sollte, die keinen Rollenspielstil pflegen, habe ich jedoch keinen blassen Schimmer! Für mich ist der MN-Stil ein unbegreifliches Mysterium.
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Das habe ich noch nicht gespielt, meine P'n'P-Erfahrungen sind äußerst überschaubar, aber das Werwolf-Spiel ist eine gute Veranschaulichung dafür, wie so etwas aufgezogen werden kann.
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Ich glaube es ist viel trivialer. Die Spieler einer MN sehen sich selten als zusammengehörig.
Es gab zu meiner Zeit in Astor nicht "die MN Astor" vielmehr identifizieren sich die Spieler klar als Astor-Demokraten vs. Astor-Republikaner. Gefühlt war die Motivation nicht eine lustige MN zu bespielen sondern den Gegner mit allem zu bekämpfen was geht. Es ging nicht darum miteinander zu spielen sondern gegeneinander.
Das Entweder-Oder-Verhältnis von Republikanern und Demokraten in Astor ist in gewisser Weise ein Sonderfall, auch wenn mir durchaus bewußt ist, daß Astor auch u.a. die SCU und diverse andere Parteien hatte. Daher ist man in anderen MNs ja auch eher auf Koalitionen angewiesen und die Parteien sind auch oft unbeständiger. (In Dreibürgen ist eigentlich nur die NLP dauerhaft stabil, weil ohne und gegen sie meist höchstens krude Querfront-Koalitionen denkbar waren)
Aber grundsätzlich würde ich zustimmen, die Spieler betrachten sich nach traditionellem Verständnis jedenfalls nicht als eine Art Ensemble, das versucht eine gute Show abzuliefern.
Eher kämpfen die Spieler um die Vorherrschaft. Was sich im Grunde auf folgenden Wegen erreichen läßt:
- Neue Spieler, die der eigenen Partei bzw. dem eigenen Lager die Stimme geben von außerhalb gewinnen.
- Bestehende Spieler in das eigenen Lager rüberziehen.
- Spieler aus dem feindlichen Lager vergraulen oder auch vor die Tür setzen/sperren.
- Versuchen "Wahlvieh" (das sind - für die jüngeren Semester - Spieler, die nicht eigentlich an der Sim teilnehmen, sondern im Grunde immer nur zu den Wahlen aktiv werden, um ihre Freunde oder Gesinnungsgenossen zu unterstützen)heranzukarren oder von der Teilnehme auszuschließen
- Veränderung der Wahlmodi zum eigenen Vorteil, bzw. Ausnutzen solcher Gegebenheiten (etwa Prozenthürden oder Stimmen, die an fremde Parteien vergeben müssen) Wobei das schon eher "modernerer" Stil ist.
- Technische "Lösungen" wie vortäuschen von weiteren natürlichen Personen , Manipulationen usw.
Das ganze hat allerdings ein Problem, ist man zu erfolgreich und regieren seit Jahren die gleichen Leute unangefochten, auch weil es nicht mehr so klappt mit der Fluktation und dem Nachwuchs-Anwerben, wird es halt langweilig. Und Freunde überreden macht man wohl eher als 15jähriger denn mit 40, denn das könnte leicht mit Irritationen enden. Die MNs sind ja im Grunde schon immer skurril gewesen, man bekämpft sich bis auf das Messer, aber es geht eigentlich um nichts außer Bits und Bytes in Datenbanken. Wobei das Freilich im Amateurfußball ähnlich ist.

All das läutete dann meines Erachtens so allmählich die Verrollenspielung auch der demokratischen MNs ein. Wobei das unterschiedlich geschehen ist, hier kam vielleicht Gesellschaftsim dazu, dort wechselte vielleicht der eingefleischte Konservative dann doch auf einmal freiwillig zu den Linken, damit endlich mal Bewegung reinkommt, oder auch umgekehrt und mancherorts wurden Wahlverfahren geändert (Prognose statt Wahl bzw. Begrenzung des maximal auf eine Partei zu vergebenden Prozentsatzes) oder beschränkt Zufallskomponenten eingeführt. In kleinen Mns begannen mancherorts vielleicht auch neben Stagnation die gewaltigen Sprünge in Wahlergenis und Parteienlandschaft bzw. das Fehlen ganzer Lager zu nerven , da "unrealistisch".
Ein zumindest gewisses Zugehörigkeitsgefühl zu "ihrer" (oder auch mehreren) MNs hatten die Spieler aber - würde ich sagen - großteils auch schon früher und wenn man den Feind mal ganz erfolgreich besiegt oder verbissen hatte, schwarnte doch auch früher, daß es jetzt wohl bald langweilig würde. Irgendwie gehörte es auch zum Selbstverständnis, daß man den "Feind" prinzipiell dennoch mitspielen ließ.
Ich glaube im Grunde war die traditionelle MN - neben harten Angriffen - ein Wettkampf um das Erfolgreichste Werben von Verbündeten, auch wenn der Wettkampf nicht immer fair war. Aber es war im Prinzip "ehernes" Gesetz, daß jeder Spieler exakt eine Stimme hatte, das Prinzip war eigentlich nur durch Vortäuschen erfundener Realpersonen zu umgehen und das konnte einem weit über die Grenzen der betroffenen MN schlecht bekommen. Wobei es natürlich dennoch hintertrieben wurde, aber ein Admin, der aufflog, daß er Spieler vortäuschte, der stand schon mal schnell alleine da, oder es blieben nur die wie er dachten.
Im alten Korland hatten wir dazu auch Diskussionen, denn (MN-fremd aus einem Reenactment-Forum über die Zwischenkriegszeit rekrutierte) Spieler schlugen schnell vor, die im Zorn gegangenen Kommunisten halt irgendwie selbst zu bespielen und konnten es nicht verstehen, darauf quasi ein "wenn wir das machen, kriegen mir keine Leute aus den anderen MNs mehr rein" zu hören zu bekommen. Und das obwohl Korland ja schon damals schon durch die Ausgangslage einer bis dato durch Abschottung in der Vorkriegszeit stehengebliebenen Gesellschaft durch eine jüngst gestürzte Diktatur so halb Rollenspiel war.
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Wie man diese Methodik oder etwas ähnliches aber in jenen MNs anwenden sollte, die keinen Rollenspielstil pflegen, habe ich jedoch keinen blassen Schimmer! Für mich ist der MN-Stil ein unbegreifliches Mysterium.
Bei den MNs gibt es ein paar Pioniere und viele Mitläufer. Die Pioniere sind diejenigen, die MNs gegründet haben und sehr oft als Administratoren walten (damit sie alles im Griff haben, was mit ihrer MN passiert). Bei den Pionieren wiederum gibt es die alten Hasen, die enorm viel Herzblut, Zeit und Aufwand in ihre MNs gesteckt haben und deshalb keine Veränderungen wünschen oder wenn schon Veränderungen, dann nur solche, die sie selbst vornehmen (aber ja kein Dritter).
Diese MNs finden ihre Erfüllung als Ausgestaltungsmuseen, aber ganz sicher nicht als Rollenspiel-Plattformen. Gelegentliche Posts im Forum suggerieren Aktivität, sind meist intellektuell auf niedrigstem Niveau („Liest ein Buch.“, „Besucht den Gottesdienst.“ usw. etc. pp.), verhindern, dass man von einer gemeinsamen geographischen Karte gelöscht wird und machen den krampfhaften Eindruck, dass „etwas“ gehen muss, weshalb man dann halt so Billigposts absetzt. Aber ganz sicher will man in diesen MNs keine grossartigen Gespräche und schon gar kein Rollenspiel. Sonst müsste man sich ja noch intellektuell anstrengen.
Die Pioniere, die nicht alte Hasen sind (also die Neuen), glauben, ganz schnell und mit wenig Aufwand Kaiser, König und weiss was ich werden zu können. Sie wollen nicht nur Mitläufer sein (siehe unten), sondern steigen gleich ganz oben in der Hierarchie ein. Ihr Forum weist sehr viele Unterforen aus, die sie dann später mit Leben auszufüllen beabsichtigen. Wichtig sind riesige Einwohnerzahlen und ein grosses Militär. Das macht den Neuen vermeintlich potent in der Szene. Nach einem halben Jahr höchstens ist dann der anfängliche Dampf weg und man sucht sich einen Fusionspartner, um zu retten, was man kann. Der Fusionspartner wird einem dann schon den Kaisertitel lassen (um selbigen geht es ja vor allem).
Die Mitläufer sind diejenigen, die in gemachte Nester sitzen dürfen, ohne dass sie den Aufwand der MN-Ausgestaltung haben tragen müssen. Da überall Spielermangel herrscht, wird der Mitläufer gleich zum Unterchef gemacht und darf sich mit Prestigeträchtigen Titeln schmücken. Als Second-best ist er mit dieser Rolle absolut zufrieden.
So funktioniert das hier. Das ist ein chaotisches System, wo jeder Dahergelaufene Kaiser und König und was weiss ich werden kann, mit minimalstem Aufwand. Die Betonung ist bei „minimalstem Aufwand“. Mit Ausnahme der Herzblut-Ausgestaltungs-Pioniere reisst sich in dieser Szene absolut niemand den Arsch auf. Es ist eine Szene der Faulpelze. Das ist der MN-Stil, der für dich ein Mysterium ist. Hier ist kein Rollenspiel gewünscht; hier geht es nur darum, entweder a) bestehende Friedhöfe zu pflegen oder b) schnell Titel zusammenzuklauben und beim geringsten Aufwand einen französischen Abgang zu machen.Du, mein lieber Enkidu, bist zu intellektuell, weshalb du hier total im falschen Film bist.
(Ich übrigens bin ein Friedhofsgärtner, der naiv und wider besseren Wissens darauf hofft, dass es irgendwann besser wird, was natürlich Quatsch ist - das hier ist alles im Sterben begriffen.)
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Was den Frühshoppen angeht: Niemand von uns kann andere Kulturen wirklich gut spielen. Das trifft aber nicht nur nicht-westliche Kulturen zu. Ich bin vor nicht ganz zwei Jahren aus Kanada zurückgekommen wo ich zuvor samt Familie 1.5 Jahre lebte. Schon da gibt es viel, dass du als 0815 Deutscher schlicht nicht kapierst und verstehen kannst. Die Realität ist weit weg von der MN Vorstellung der Staaten und Canada.
Aber das ist okay. Es geht nicht darum die Realität abzubilden. Es geht doch um den Spaß. Du kannst wunderbar in Astor simulieren und die MN vertreten wenn du auch wenn du nie in den Staaten warst oder dich richtig gut damit auskennst.Durchaus richtig. Wobei ich glaube, daß es auf die Frage hinausläuft, ob man noch nahe genug bzw. einigermaßen dran ist - was aber kaum objektiv oder auch nur intersubjektiv zu bestimmen ist. Aber wenn man den Ausgestaltungskern einer MN meilenweit verfehlt und von Dingen ausgeht, die überhaupt nicht zutreffen, driftet es irgendwie in die Beliebigkeit ab und das kann auch zu Ärger und Streit führen.
Deswegen ist es besser Kulturen selbst zu schaffen, indem man sie in Einzelteile zerbricht und historisch fortführt bis in die Gegenwart. Nur dann kann man in meinen Augen die Kultur auch leben und nicht nur spielen.
Ich tue mir damit schwer, darin den wirklichen Ausweg zu sehen, da sich da andere Probleme ergeben (insbesondere, daß man auf den Input beschränkt ist, den die Spielleitung bereitstellt) und im Falle Chinopiens ist es ja letztlich auch nur so, daß das echte China so lange die Richtschnur ist, bis etwas Abweichendes festgelegt ist. Aber natürlich führen viele Wege zum Ziel.
Für eine internationale Gesprächsrunde wäre ich im Übrigen zu haben, es müsste nichts Politisches sein, da können auch Privatpersonen plaudern. Ist vielleicht sogar interessanter, da nicht so steif.
Weil ich "Chinopien" nicht als identisch zu "China" betrachte, sehe ich das wie Arjan und mich stören keine kulturellen Diskrepanzen zum Vorbild. Wahrscheinlich würden sie mir nicht mal auffallen.Die Sache mit der Gesprächsrunde sollten wir vielleicht auslagern und entsprechend erörtern. Wobei für mich die praktische Kernfrage ist, das ganze etwa hier neutral auf dem Marktplatz abzuhalten oder in den MNs, wo man dann auch noch das Drumherum simulieren könnte.
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Kannst du dein komisches "Bruder" bitte unterlassen. Sinnloses Kopieren der Amerikaabarten berechtigt dich noch lange nicht dazu, eine irgendwie geartete Verwandtschaft zu implizieren.
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Danke an Fang Kai-Schek und Charles Lanrezac für die gründliche Entzauberung des Mysteriums. Für mich ist das in der Tat interessant, da es sich massiv vom mir vertrauten Rollenspiel unterscheidet. Man lernt nie aus.
Es mag durchaus sein, dass ich "hier" (ich nehme an, du meinst damit den MdM) völlig falsch bin, aber die Diskussion lohnt insofern, mal aus dem Blickwinkel des Exoten über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. In Futuna - als eine MN - fühle ich mich hingegen gut aufgehoben. Da ist wohl genügend Schnittmenge zum klassischen Forenrollenspiel vorhanden.
Was die erwähnten Ausgestaltungsmuseen betrifft, in denen Aktivität vorgetäuscht wird, hätte ich mir diese als eine Art Weltenbauprojekte vorgestellt. Man möchte vielleicht mit seinem Projekt Teil der Community und der Weltkarte sein, findet aber keine Mitstreiter, und greift deswegen zu solchen verzweifelten Mitteln.
Die Sache mit der Gesprächsrunde sollten wir vielleicht auslagern und entsprechend erörtern. Wobei für mich die praktische Kernfrage ist, das ganze etwa hier neutral auf dem Marktplatz abzuhalten oder in den MNs, wo man dann auch noch das Drumherum simulieren könnte.
Eine Gastgeber-MN wäre aus meiner Sicht schöner. Da scheinbar nur wir beide Interesse daran haben, lade ich dich hiermit einfach mal nach Futuna ein, wenn dich der liebevoll ausgetüftelte Rollenspielstil nicht abschreckt.
In manchen Ecken Futunas sind sogar Barbaren willkommen, besonders, wenn es sich um Urlauber mit dicken Geldbeuteln handelt. Alles Weitere gern per PN. -
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Wie man diese Methodik oder etwas ähnliches aber in jenen MNs anwenden sollte, die keinen Rollenspielstil pflegen, habe ich jedoch keinen blassen Schimmer! Für mich ist der MN-Stil ein unbegreifliches Mysterium.
Bei den MNs gibt es ein paar Pioniere und viele Mitläufer. Die Pioniere sind diejenigen, die MNs gegründet haben und sehr oft als Administratoren walten (damit sie alles im Griff haben, was mit ihrer MN passiert). Bei den Pionieren wiederum gibt es die alten Hasen, die enorm viel Herzblut, Zeit und Aufwand in ihre MNs gesteckt haben und deshalb keine Veränderungen wünschen oder wenn schon Veränderungen, dann nur solche, die sie selbst vornehmen (aber ja kein Dritter).
Diese MNs finden ihre Erfüllung als Ausgestaltungsmuseen, aber ganz sicher nicht als Rollenspiel-Plattformen. Gelegentliche Posts im Forum suggerieren Aktivität, sind meist intellektuell auf niedrigstem Niveau („Liest ein Buch.“, „Besucht den Gottesdienst.“ usw. etc. pp.), verhindern, dass man von einer gemeinsamen geographischen Karte gelöscht wird und machen den krampfhaften Eindruck, dass „etwas“ gehen muss, weshalb man dann halt so Billigposts absetzt. Aber ganz sicher will man in diesen MNs keine grossartigen Gespräche und schon gar kein Rollenspiel. Sonst müsste man sich ja noch intellektuell anstrengen.
Die Pioniere, die nicht alte Hasen sind (also die Neuen), glauben, ganz schnell und mit wenig Aufwand Kaiser, König und weiss was ich werden zu können. Sie wollen nicht nur Mitläufer sein (siehe unten), sondern steigen gleich ganz oben in der Hierarchie ein. Ihr Forum weist sehr viele Unterforen aus, die sie dann später mit Leben auszufüllen beabsichtigen. Wichtig sind riesige Einwohnerzahlen und ein grosses Militär. Das macht den Neuen vermeintlich potent in der Szene. Nach einem halben Jahr höchstens ist dann der anfängliche Dampf weg und man sucht sich einen Fusionspartner, um zu retten, was man kann. Der Fusionspartner wird einem dann schon den Kaisertitel lassen (um selbigen geht es ja vor allem).
Die Mitläufer sind diejenigen, die in gemachte Nester sitzen dürfen, ohne dass sie den Aufwand der MN-Ausgestaltung haben tragen müssen. Da überall Spielermangel herrscht, wird der Mitläufer gleich zum Unterchef gemacht und darf sich mit Prestigeträchtigen Titeln schmücken. Als Second-best ist er mit dieser Rolle absolut zufrieden.
So funktioniert das hier. Das ist ein chaotisches System, wo jeder Dahergelaufene Kaiser und König und was weiss ich werden kann, mit minimalstem Aufwand. Die Betonung ist bei „minimalstem Aufwand“. Mit Ausnahme der Herzblut-Ausgestaltungs-Pioniere reisst sich in dieser Szene absolut niemand den Arsch auf. Es ist eine Szene der Faulpelze. Das ist der MN-Stil, der für dich ein Mysterium ist. Hier ist kein Rollenspiel gewünscht; hier geht es nur darum, entweder a) bestehende Friedhöfe zu pflegen oder b) schnell Titel zusammenzuklauben und beim geringsten Aufwand einen französischen Abgang zu machen.Du, mein lieber Enkidu, bist zu intellektuell, weshalb du hier total im falschen Film bist.
(Ich übrigens bin ein Friedhofsgärtner, der naiv und wider besseren Wissens darauf hofft, dass es irgendwann besser wird, was natürlich Quatsch ist - das hier ist alles im Sterben begriffen.)
Irgendwie fühle ich mich persönlich beleidigt.

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Wie man diese Methodik oder etwas ähnliches aber in jenen MNs anwenden sollte, die keinen Rollenspielstil pflegen, habe ich jedoch keinen blassen Schimmer! Für mich ist der MN-Stil ein unbegreifliches Mysterium.
Bei den MNs gibt es ein paar Pioniere und viele Mitläufer. Die Pioniere sind diejenigen, die MNs gegründet haben und sehr oft als Administratoren walten (damit sie alles im Griff haben, was mit ihrer MN passiert). Bei den Pionieren wiederum gibt es die alten Hasen, die enorm viel Herzblut, Zeit und Aufwand in ihre MNs gesteckt haben und deshalb keine Veränderungen wünschen oder wenn schon Veränderungen, dann nur solche, die sie selbst vornehmen (aber ja kein Dritter).
Ich widerspreche dem. Man kann gerne über Änderungen reden und auch welche einbauen. Lebendes Spiel lebt von Veränderungen.
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Das was der Gried sagt.
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Ich finde die Ausführungen von Lanrezac ebenfalls schief bzw. zu drastisch und damit letztlich destruktiv, denn ich könnte ohne groß nachzudenken mehrere Beiträge zur Ausgestaltung durch Mitspieler nennen, wie Anfertigen von Karten, Schreiben von Lexikonartikeln, suchen von Bildern, bearbeiten von Bildern, Arbeiten am Forendessin, Mitwirken in der Spielleitung, Ereignissimulationen, Vermittlungsversuche etc. pp; einer meiner Mitspieler (allerdings in der tat kein klassischer MNler) meinte als Moderator sogar mal schlampig erstellte Beiträge ausbessern zu müssen, was Rechtschreibung und Zeichensetzung, Formatierung usw. anging (was ich mich Anno 2007 allerdings zu unterbinden genötigt sah), auch werden die Mitspieler in den meisten MNs in die Ausgestaltung mit einbezogen und geben vielfach auch von selbst eigene Anregungen.
Daß so viele MNs Monarchien sind - ich will nicht absprechen, daß mancher Lust an Titel und Lametta hat - dürfte aber auch zu einem guten Teil daran liegen, daß das praktisch ist, wenn man inaktive Regierungen/Parlamente und andere Störungen ohne Adminkeule auflösen kann, sondern mit "legitimem Recht" des Monarchen. Ich weiß nämlich aus eigener Erfahrung als MN-Betreiber nur zu gut, wie unschön das ist, wenn plötzlich der vom Volk gewählte Präsident inaktiv wird und kein Gesetz mehr unterzeichnet oder Minister ernennt usw. und die Diskussionen losgehen, wie damit umgegangen werden soll, weil die ersten Neuen wiederweglaufen, weil sie nicht eingebunden werden können. Im "Idealfall" ist der Stellvertreter des jeweiligen Spielers und das Gremium für die Absetzung des Amtsinhabers auch inaktiv. Viele MN-Monarchen sind definitiv vor allem erste Diener ihres Staates, indem sie halt den Verwaltungskram erledigen - zumindest bis ihnen etwas absolut gegen den Strich geht.
Was die Kurzposts ("Billigposts") angeht, dienen sie ja oft lediglich, um zu signalisieren, daß man zur Interaktion zur Verfügung steht oder anwesend ist.
Aus:
ZitatSetzt sich an den Tresen.
Ein Glas Wein bitte.
kann ja durchaus etwas tiefschürfend-Philosophisches entwickeln. Kann aber freilich auch völlig belanglos weitergehen.
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"Rollenspiel" bedeutet ja im Grunde, daß man eine Rolle spielt, aber noch nicht, daß man stilistische Meisterwerke liefert. Vielleicht sollte man das darüber Hinausgehende RPG-Stil nennen oder literarischen bzw. dramatisch-epischen Stil, um das zu differenzieren. (Die Kombination langer Gedanken- und Handlungsbeschreibungen mit direkter Rede ist ja eher eine Mischform; "klassische" Dramen kennen ja auch nur recht kurze Regieanweisungen.) Wo schreibt denn Goethe mal mehr als ein paar Worte Regieanweisung? Ich habe mir gerade den Faust gegriffen, da kann man lange suchen.
Wobei ja sich die Frage stellt, was "Rolle" ausmacht. Im Grunde ist das ja eine Funktion in einem Gefüge. Die Rolle unterscheidet sich durch die Rolle im wahren Leben durch verschiedene Aspekte:
a) Aufgaben Der Figur
b) Herkunft, Werdegang, Qualifikationen (Ausbildung)
c) gesellschaftliche Verhältnisse in einer MN
c) politische und sonstige Einstellungen (ein strammer Linker wird das als Resultierende von b und c ansehen, ein Liberaler oder Konservativer nicht oder nur zum Teil)
d)Wechselwirkungen zwischen den Punkten
Ein absolutes Rollenspiel wäre rein von dem Streben nach Perfektion in der Darstellung geprägt. Dieses funktioniert in den MNs in der Regel nicht, weil die meisten Spieler es nicht wollen (weltanschauliche Geneigtheit, Zeitaufwand) oder nicht können - wobei es natürlich keiner kann, wenn man absolute Ansprüche stellt.
Wenn es klappen soll, dann müssen meist Bezüge zum RL da sein, also zeitgeistige RL-Positionen in Deutschland vertretbar oder kritisierbar/aufgreifbar sein. (Mit der merkwürdigen Ausnahme: Niemals tagesaktuelle negative Ereignisse wie Corona oder eine Finanzkrise aufgreifen, jedem der das macht ist die Empörung oder zumindest das Unken garantiert!)
In Dreibürgen clasht etwa das 19. Jahrhundert auf das 21 bzw. debattieren die Vertreter miteinander. Würde man verlangen mit den Positionen aus der Jahrhundertwendezeit auszukommen, würden sich viele sehr schwer tun oder wegbleiben. Das merkte man immer in Ländern, die näher dran blieben, auch in Korland spüre ich es immer, daß sich die Spieler sehr schwer damit zu tun in den Mustern von - sagen wir mal -1930 bis 1950 zu denken. Wobei es nicht nur fehlendes Wissen ist, sondern manchen ist das zu surreal oder zu geschmacklos.
Beispiel gefällig? Eine Debatte über die Abschaffung des Stichentscheids über die Berufstätigkeit der Ehefrau, bei der die (gemäßigt) "liberale" Fraktion nicht mit Reden über Gleichstellung und Gleichberechtigung auftritt, sondern mit Argumenten dieser Art aufwartet (oder das von ihr explizit oder implizit erwartet wird):
Zitat"zwar ist nicht zu verkennen, daß die Hausfrauenehe die natürliche und vorzuziehende Form der Ehe ist, weil sie den Veranlagungen und Neigungen des weiblichen Geschlechts am besten entspricht, insbesondere auch der durchschnittlich höheren Kraft und technischen wie sonstigen Intelligenz des Mannes Rechnung trägt, dennoch ist nicht zu verkennen, daß manche Ehefrauen dessen ungeachtet den inneren oder äußeren Wunsch verspüren, berufstätig zu sein, oder aber doch - ungeachtet der bereits erwähnten durchschnittlich höheren Intelligenz des Mannes - die größere Einsicht in unzureichende Einnahmen aus dem Gehalt des einen Ehegatten haben. Auch mit Blick auf aus der Untersagung resultierende zunehmende Ehescheidungen, sehen wir es als notwendig an, von der bisherigen Rechtslage uns zu verabschieden und - wenigstens in bestimmtem Maße - der Ehegattin auch ohne Einwilligung des Gatten - jedenfalls wenn dies ohne Vernachlässigung des Haushalts möglich ist - zu ermöglichen, in die Erwerbsarbeit zu treten."
Hier sind die Spieler aber oft erstaunlich "folgsam" und versuchen sich zwar dran, sich an anderen Nullpunkten auszurichten, aber irgendwann wird es zäh geht es in die Inaktivität, weil es zu viel in Grübelei ausartet oder ihnen es keine Freude macht, immer nur Meinungen (einer vergangenen/fiktiven Welt) zu behandeln statt ihre Meinung einzubringen. Wobei es natürlich auch die (vielen) Leute gibt, die dann eher in Richtung Empörung gehen, weil sie nicht so rollenspielig denken oder es auch einfach nicht "abkaufen", daß das noch Rollenspiel sei.
Eine andere potentielle "Unsitte" ist es zuweilen, sich über die gespielte weltanschaulich antagonistische Rolle übermäßig lustig zu machen, indem man eine Karikatur daraus macht, aber die Grenzen sind da bekanntlich fließend, wandelnde Stereotypen Karikaturen gibt es ja auch RL. Könnte natürlich auch sein, daß mancher alle Leute, die das Gegenteil von ihnen selbst denken, für ausgemachte Idioten hält.
Schließlich gibt es einen Aspekt, den ich mir noch nie so recht erklären konnte: Simuliere ich eine Diktatur, was ja fast immer Rollenspiel ist, gibt es einen starken Drang ins Kabinett und andere Staatsämter, aber kaum einen in die Opposition auf der Straße. Das könnte man jetzt in Richtung Lanrezacs Kaisersache deuten. Aber das glaube ich nicht so recht. Vielleicht ist es die fehlende Detailkenntnis (*), oder das unwohle Gefühl, sich vorzustellen, wie man sich vielleicht selbst als Unterworfener in so einem Regime verhalten würde. Denn als nordkoreanischer Normalbürger wird man sich vielleicht eher denken können als in Kims Kabinett zu sitzen.
(*) "Jawohl mein Führer" zu rufen und mirt markigen Worten beizupflichten ist halt doch eine einfachere Geschichte als die kleinen Freiräume asuzuloten, die man hat sich über das Regime lustig zu machen, oder Apparatschiks mit den eigenen "Glaubenssätzen" auszumanövrieren, oder sich auch nur als Unterworfener des Autoritären und Totalen zu denken, der gehorchen muß.
Generell sind die MNs ja irgendwie Ort der lauten Töne und der handfesten Gegensätze. Man sieht es doch selbst hier wo noch manchem Verfechter des Rollenspiels das Debattieren als das Diskutieren näher ist. Auch die Rollenspielanhänger in den MNs haben meist recht dezidierte politische und sonstige Ansichten. Daß aber nicht auch - im Grunde überall - Platz für anderes wäre, wie Lanzrezac meint, scheint mir verfehlt. Es ist ja nicht so, daß die klassischen MNler Rollenspieler ausgrenzen oder nicht akzeptieren würden, sie haben allerdings eben oft andere Motivationen und werden dem Rollenspieler nicht immer mit den gleichen Finessen entgegentreten.
Ich persönlich sehe mich übrigens weder als das eine noch das andere, denn ich schreibe durchaus Posts mit seitenweise Begleittext, mir sind aber auch Kurzposts nicht immer fremd, versuche aber durchaus "Qualitätsposts" auch dementsprechend zu beantworten. Aber im Eifer des Gefechts, oder anderen mißlichen Umständen, da kommt es vor. Mit manchen Themen kann man wohl auch einfach nichts anfangen, oder zumindest noch nicht oder nicht mehr.
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