Die VR Neu Italien ist da

  • Was mir auch auffällt, ist, daß es früher klare politische Fronten gab, die weit ins simoff reichten. Mittlerweile nimmt doch keiner mehr ernsthaft jemandem seine politischen Ansichten übel [...]

    Das ist wahr, selbst Du erscheinst mir nicht mehr so schlimm wie damals. ;)

    Ja, das waren noch Zeiten früher, als wir uns ständig provoziert haben und bis drei Uhr nachts über den Sozialismus diskutierten.

    Augusto Javier Rivero Diaz, besser bekannt als:

  • Also erstmal kurz zurueck zum Thema. Ich habe vor ueber 6 Jahren selber in Dionysos angefangen und ich wuerde behaupten, dass es immer noch die optimale Einsteiger-MN ist. Das politische System ist leicht zu verstehen, obwohl es mittlerweile nur noch recht wenig Aehnlichkeiten mit dem deutschen hat und auch so ist es eine MN die alle Bandbreiten abgreift. Ein dickes Fell kann nicht schaden...das ist aber auch das einzige. ;)

    Was mir auch auffällt, ist, daß es früher klare politische Fronten gab, die weit ins simoff reichten. Mittlerweile nimmt doch keiner mehr ernsthaft jemandem seine politischen Ansichten übel oder ban bestellt sich sogar einen gezielt aus dem anderen politischen Lager.

    Och..da gibt es aber auch Ausnahmen. Komm mal nach Astor. Da findest Du ziemlich stark gespaltene Lager. Ist im Uebrigen die MN, die mir jetzt schon seit konstant zwei Jahren am meisten Spielspass bringt. :)

    Ja, früher war alles besser. In wunderschönen und bedienungsfreundlichen Einbaum-Foren, grell bunten und an jeder Ecke gif-blinkenden Bannern und Außenpolitik, die nur aus Besäufnissen bestand. :D
    Im Ernst, vor einigen Jahren war es genauso beschissen. Das einzige Problem ist, dass aus der heutigen Komplexität und den heutigen Möglichkeiten überhaupt kein Kapital geschlagen wird. Dazu kommt - zugegeben - das Problem, dass jeder Heini seine eigene MN will, manchmal sogar Leute, die nichtmal in der Lage sind sich in das ACP ihres Forums einzuloggen.
    Jede Epoche hat ihre Probleme, aber ein Problem bleibt. Das Schlechtreden ...

    Ick gloob ick Spinne....hat sich doch Ruedy einfach mal um 180 Grad gewendet und sich meine Worte zu Eigen gemacht. :P

    Muss ihm aber zustimmen. Das Gejammere gab es schon anno 2002. Es kommt halt immer von denen, die schon ein paar Jahre dabei sind. Ist ja auch ganz natuerlich. Der anfaengliche "Zauber" ist verflogen. Das ist wie bei einer Fernsehserie, einem Brett- oder Computerspiel. Anfangs ist es noch nicht vollkommen bekannt, alles ist neu, es macht Spass, etc. - irgendwann kommt die Routine. Nach dem 10. Wahlkampf sind einem die ewig gleichen Diskussionen einfach leid. Man verzichtet dann gerne auch mal auf eine Grundsatzdiskussion und widmet sich lieber seiner RL - Steuererklaerung...denn ja, auch das kommt hinzu. Was ist denn das durchschnittliche Einstiegsalter eines MNlers? 15? 16? 17? Ich selber war mit 17 dabei. Schoen an der Schule - da hatte man noch Zeit, keine groesseren Belastungen etc.pp. Natuerlich konnte man sich da umso mehr in irgendwelchen virtuellen Welten reinhaengen. Umso zeitintensiver jedoch das reale Leben wird, umso mehr Verpflichtungen man beruflicher und auch privater Natur hat, desto weniger ist man doch motiviert sich dazu parallel noch um fiktive Mandatszahlen im fiktiven Parlament zu kloppen....meine Meinung. ;)

    Mein Fazit: Das RL macht die MNs kaputt...boeses RL. ;)

    Freundlichst,

    Matt Suchard

    Einmal editiert, zuletzt von Matt Suchard (24. Februar 2009 um 03:13)

  • Der Suchard hat recht, mit zunehmendem Alter hat man immer weniger Zeit. Und dabei bin ich noch garnicht so alt. 8)

    Besonders schlimm ist die Situation für Mikronationen, die lange Zeit keine neuen Mitspieler finden (Beispiel: Tolanica, leider). Da gewöhnt man sich schnell aneinander und egal, ob man etwas SimOff abspricht oder ob die Opposition etwas mit der Regierung abspricht, man findet immer eine angenehme Übereinstimmung. Da fehlt es wirklich an neuen Mitspielern, die sich mal eben anmelden, ohne eine Ahnung über die Community zu haben, und mit spontanen, unabgesprochenen Aktionen für Stimmung sorgen. Stattdessen wird das Einbürgerungsamt von NIDs gefüllt, über deren zukünftige Position man sich schon vorher abgesprochen hat.

    Was mich übrigens mal interessieren würde, ist, wie die "alten Hasen" der MNs überhaupt auf eben diese gestoßen sind? Als ich dazu kam, gab es zu dem Thema eben schon Werbung im Internet.

    [center]Vinzente Degas
    Bau- und Sanierungsunternehmer
    "Allroundegomane" (Cuellos Wochenblatt)

    I. Vinzente, nicht Vincente
    II. Tolanica, nicht Tolancia
    III. República Tolanica (= Tolanische Republik), nicht Republik Tolanica[/center]

  • Ick gloob ick Spinne....hat sich doch Ruedy einfach mal um 180 Grad gewendet und sich meine Worte zu Eigen gemacht. :P

    Quatsch. Hier gehts um die MNs insgesamt. Unser Dispout dreht sich immer um die Vergangenheit und Gegenwart von Dionysos. :whistling:

    Giuseppe de Rossi
    -

  • Das sind die beiden größten Probleme: dieser widerliche "Community"-Weichspüler (hinter den Kulissen muß Dauerkuscheln angesagt sein) und die oftmals daraus folgenden aufgesetzten Konflikte. Wirkliche Auseinandersetzungen gibt es nicht mehr, nur noch Theaterstücke.

    Diese so genannten "wirklichen Auseinandersetzungen" waren der Untergang der Ur-MN-Welt, denn es wurde offen mit allen Mitteln gegeneinander gekämpft. In meinem Fall wurde auf einem Forum plötzlich über mein Wohnort und Adresse spekuliert und zwar in aller Öffentlichkeit. Das veranlasste mich damals 2002 dazu, das Gelbe Reich zu verlassen. An anderer Stelle gab es mehr als zwanzig gezählte Hack-Attacken auf den Freiland-Server, nachdem ich mir erlaubte, mit der WUIS meine eigene Welt zu gründen. Ein befreundeter Staat, der es sich erlaubte, Ur-Freiland zu unterstützen wurde prompt gehackt. Die WUIS machte damals Schluss mit der "Hack & Flood"-Seuche und war damit nicht zuletzt auch Vorreiter von dem, was wir heute als quasi Standard haben.

    Es gibt beispielweise in Cuello ein Konsens darüber, dass man sich nicht persönlich aufs Korn nimmt, sondern dieses Projekt gemeinsam trägt. Ich brauche keine Auseinandersetzungen mit einem Tacitus oder einem Goldmann, sondern inszeniere lieber die von Ihnen verpönten Theaterstücke, einfach, weil diese sich aushalten lassen, ohne vor lauter Stress ins Klo zu kotzen. Der Ngyen-Krieg und der Cuello-Bürgerkrieg sind Beweise dafür, dass freies Simulieren von großartigen Auseinandersetzungen möglich ist, ohne dass auch nur einer wirklich sein Gesicht verliert.

    Die alten Zeiten zurück? Aus meiner Sicht: Nein danke! :thumbdown:

  • Was mich übrigens mal interessieren würde, ist, wie die "alten Hasen" der MNs überhaupt auf eben diese gestoßen sind? Als ich dazu kam, gab es zu dem Thema eben schon Werbung im Internet.

    Zwar bin ich nicht einer der "alten" Garde sondern erst seit den Dezember 2006 dabei, dennoch habe ich so manchen Ärger mitbekommen.
    Damals habe ich per google nach einem Browserspiel o.ä. gesucht, wo man einen virtuellen Staat simulieren kann. So bin ich auf den Begriff "Mikronation" gestoßen und habe mich in so einigen Foren umgeschaut und fand diese Art der Staatensimulation sehr interessant. Da ich direkt einsteigen wollte hielt ich ausschau nach einer möglichst aktiven MN und bin so auf Ratelon gestoßen. Doch ich erkannte schnell, dass es dort für mich zu chaotisch zuging. Zudem herrschte gerade Streit über den Namen der MN und man hat sich recht wenig um mich als Neuling gekümmert. So habe ich mich weiter umgeschaut und kam zum Gelben Reich. Einige Zeit ging es gut und ich wurde sogar Bürgermeister. Doch bald kam auch hier SimOff-Streit auf welcher Kartenorga man sich anschließen soll. So kam es, dass sich das Land spaltete und die einen Spieler zur GF wechselten und die anderen bei der OIK blieben. Die Aktivität ließ nach und ich wurde wieder Heimatlos.
    Schlussendlich stieß ich auf Aquatropolis, wo man mich mit offenen Armen aufnahm und alle erdenkliche Hilfe anbot. Vorallem die damalige Nr.1. Die Atmosphäre war sowohl simon als auch simoff super und es machte richtig Spaß an der Weltherrschaft zu arbeiten. Man gab mir eine Provinz und ich konnte viel nach meinen Vorstellungen ausgestalten, was ich auch kräftig tat.

    Damals hatte Aquatropolis nicht gerade den besten Ruf. Man hielt uns für Spielkinder, die nur Unruhe in die Welt bringen. Doch wenn ich so zurückblicke denke ich, dass unsere Sim viel Aktivität auch in andere MNs gebracht hat. "Gesittete" Unruhestifter sind meiner Ansicht nach lebenswichtig für die MNs. Sei es ein Staat oder ein neuer Spieler. Sie bringen neuen Schwung und Ideen. ABER ich denke, dass man Simoff IMMER gesittet miteinander umgehen muss.

    Zum Thema SimOff-Absprachen kann ich nur sagen, dass ich sie garnicht mag. Das Einzige was man absprechen kann ist, wenn ein Spieler keine Lust mehr auf seine Sim hat, sei es seine ID oder eine Firma z.B. wenn er seine ID sterben lassen will. Wie es aber genau von statten läuft sollte dann der Sim überlassen werden.


  • ...

    Auch hier muss man wieder differenzieren:

    Worum es mir geht wenn ich von meiner Sehnsucht nach der "guten alten Zeit" spreche: damals waren IDs eher Pseudonyme denn Rollen. Man hat sich sozusagen selbst gespielt, seine realen Ansichten und seinen realen Charakter in das Geschehen eingebracht. Das sicherte stets ein hohes Maß an Ernsthaftigkeit und Authenzität in den politischen Auseinandersetzungen.

    Es mag in einem bestimmten Rahmen sicherlich möglich sein, in seiner Micronation politische Ziele zu verfolgen die man im realen Leben nicht bejaht. Aber auch dabei besteht bereits die Gefahr, in Klischees abzurutschen. Endgültig affig wird es dann, wenn neben einer politischen Einstellung auch noch Charaktereigenschaften "simuliert" werden sollen. Ein z. B. treuherziger aber auch leicht schafiger, wenig entscheidungsfreudiger JuSo mit starker gefühlsmäßiger Anbindung an "politisch korrekte" Standpunkte und Redensweisen macht sich lächerlich bei dem Versuch, etwa einen abgebrühten und skrupellosen neokonservativen Wirtschaftsboss zu "simulieren." Er tut sich, seinen Mitbürgern und seiner MN einen größeren Gefallen wenn er in die sozialistische/sozialdemokratische Partei geht und den Rücktritt des Innenministers fordert, nachdem dieser das Wort "Ausländerkriminalität" benutzt hat. Darin ist er gut und glaubwürdig, denn das ist er selbst.

    Was ich nicht meine ist, dass ich mir eine Zeit zurückwünsche in der etwa Admins eilig jede kritische oder neckische Bemerkung über einen gewissen Bürger einer bestimmten MN aus ihren Foren gelöscht haben, weil dieser es nach Kenntnisnahme sonst wahrscheinlich erst mal gehackt hätte. Leute die es übertreiben gab es damals schon und gibt es heute immer noch. Und die hält auch kein wie immer gestricktes Konzept einer Sim-On/Sim-Off-Trennung im Zaum.

    Kinga Baumgart

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  • [...] Endgültig affig wird es dann, wenn neben einer politischen Einstellung auch noch Charaktereigenschaften "simuliert" werden sollen. [...]

    Hier haben sich die Dinge ganz klar geändert, auch zum Guten, wie ich finde: Meine Figuren sind jedenfalls teils sehr unterschiedlich, auch von den Charakteren her. Ich reduziere sie zu Marionetten meiner Phantasien und bringe mich selbst aus der Schussbahn der ganzen Weltverbesserer, die mich wegen meiner eigentlichen Wertevorstellungen glauben in den MNs persönlich angehen zu können. Die MNs sollten bleiben, was sie sind, nämlich Spielwiesen.

  • In den MNs seiner Phantasie freien Lauf zu lassen und eben im Schutze der Anonymität auch mal Positionen zu beziehen zu denen man sich im RL aus verschiedentlichen Gründen lieber nicht bekennt ist ja nicht verkehrt. Aber das ist für mich immer noch etwas anderes als eine quasi fiktive Person zu erschaffen, von deren Denken und Handeln man sich gerade distanziert. Zumindest in Gestalt seines micronationalen Alias sollte man schon zu den Aussagen und Zielen seiner ID stehen und nicht bei aufflauendem Gegenwind gleich die Hände heben und rufen: "Also, ich sehe das gar nicht so! Das ist nur die Meinung meiner ID!"

    Egal wie feierliche Erklärungen wir über die Trennung von Sim-on und Sim-off, von IDs und RL-Personen abgeben - wie wir unsere IDs agieren lassen verrät immer, wer wir wirklich sind. Aus Rollenspiel wird - vielfach unbewusst - eigentlich immer und automatisch Ernst. Und das nicht im negativen Sinne! ;)

    Kinga Baumgart

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  • Zitat


    Schluss mit diesem Browser-Game- und RPG-Quatsch! Micronationen sind ein eigener Typus von Online-Spielen. Eine Mischung aus Politiksimulation, virtuellem Modell-Landschaftsbau, Debattierclub, Rollenspiel und ggf. weiteren Elementen. (Z. B. Parodie oder Satire) Was genau eine Micronation ist, muss sie jeweils für sich bestimmen. Die alten Stärken und positiven der Micronationen waren ihre Offenheit, ihre Dynamik und ihr freier und flexibler Umgang mit dem realen Leben und seinen Gegebenheiten. Es schadet den Micronationen nur, sie nach dem Muster anderer Spiele in bestimmte diesen entlehnte Sparten und Regeln pressen zu wollen. Man sollte zu den guten alten Konventionen zurückkehren, das würde schon viele Probleme lösen.

    Aber gerade diese Mischung der von dir genannten Elemente ist doch eher "neueren" Datums. Ab 2003-2004 entstand in den meisten MNs der Trend, dass man mehr wollte als eine Plattform für politische Diskussionen und so kam es, dass man seinem Phantasiestaat eine fiktive Geschichte, Landschaft und Kultur verpasste. Seitdem wird schon bei der Registrierung im Forum fast überall ein richtiger Name und Vorname erwartet (am besten noch dem simulierten Kulturkreis entsprechend) anstelle z.B. eines "lustigen" Pseudonyms im Counterstrike-Stil wie "Superr0xx0r" und dergleichen. Im Spiel selber soll sich dann jeder erst einmal mit der Ausgestaltung vertraut machen, damit seine Aussagen auch in den Simulationskontext passen und jeder größere Handlungsstrang muß natürlich vorher per PN oder ICQ abgesprochen werden. Dies alles wird nicht nur aus Jux gemacht, sondern mit dem Ziel, die Schlüssigkeit und das "Niveau" der entwickelten Phantasiewelt zu erhalten. Hitzige Diskussionen über kontroverse Themen werden weniger geführt, stattdessen wendet man mehr Zeit für die Darstellung der MN an sich auf.

    Demgegenüber steht das ältere Spielkonzept der MN als Plattform für politische Diskussionen, vergleichbar mit bekannten Politikseiten wie "dol2day". In diesem Konzept verstand man sich eher als ein Diskussionsteilnehmer und weniger als Spieler der eine Spielfigur steuert. Politik wurde damals nicht gemacht um die MN auszugestalten, sondern weil jeder seine persönlichen Ansichten gegenüber anderen durchsetzen wollte und die Außenpolitik diente dazu, den Kontakt untereinander zu festigen. Wo man heute versucht, möglichst "seriös" und "realistisch" Staatsbesuche nachzustellen, ging man damals hin und schrieb Sachen wie "Hey, ich bins mal wieder. Ich hab was zu trinken mitgebracht." und es folgten einige Trinksmileys.

    Ich rechne nicht damit, dass eine Rückkehr zu diesem Konzept die MNs "retten" wird, denn ohnehin scheinen sie mir langsam aber sicher zum Auslaufmodell zu werden. Es verlassen mehr Spieler die MNs als Neulinge dauerhaft hinzukommen. Der Grund dürfte vorallem sein, dass die meisten Leute ihre Zeit am PC lieber mit Computerspielen oder einem Browsergame für zwischendurch verbringen, als Texte zu schreiben. Einzig die etwas RPG-lastigeren MNs wie das Imperium Romanum und Imperial Age scheinen über eine vergleichsweise große Klientel zu verfügen.

    Augusto Javier Rivero Diaz, besser bekannt als:

  • Das Zeichnen von Karten, Schreiben virtueller Geschichten, Erfinden von
    Kulturgütern und Brauchtümern etc. ist eigentlich urtypisch für die
    MNs. Um 2003/04 herum trat "nur" die Veränderung ein, dass der vielfach
    schräge und humorvolle Patchworkcharakter von einer Orientierung an realen Vorbildern verdrängt wurde. Die Idee, eine virtuelle Geschichte der eigenen MN ebenso wie ihre kulturellen und charakterlichen Eigenheiten zu entwickeln reicht bis ins letzte Jahrtausend zurück - Bananaworld fiele mir da spontan als Beispiel ein. Zwar nach 2000 gegründet, aber ebenfalls eine MN mit aufwändiger Ausgestaltung bevor die Idee der "Kultursimulation" förmlich statuiert wurde ist z. B. Pottyland.

    Beispielhaft sind diese beiden Staaten auch insofern, als dass ihre Ausgestaltung isoliert ist - sie ist ganz ihrem eigenen Stil angepasst und von keiner Vernetzung abhängig. So wie das damals üblich war. Jede Micronation war ihr eigener Kosmos, hatte ihren eigenen Charakter und Hintergrund. Sie konnte ohne jeden anderen Staat bestehen und mit jedem anderen Staat interagieren. Im Vordergrund stand immer die tagesaktuelle Aktivität der Bürger, aber ein Staat ohne Unterbau aus Geographie, Geschichte, Kultur usw. fiel schnell als lieblose und halbherzige Gründung auf. Wesentlich war eben auch der offene und dynamische Charakter der Ausgestaltung - eine Nation war, was ihre Bürger aus ihr machten. Nicht, was sie planmäßig aus ihr machen wollten. Die MNs alten Typs waren und sind offener für Einflüsse aus allerlei und vor allem auch höchst heterogenen Quellen. Denn im Mittelpunkt standen immer die realen Bürger und ihre Interessen.

    Mittlerweile hat sich der Fokus von der Gemeinschaft der Bürger einer MN vielfach auf deren abstraktes Konzept verlagert. Es geht dann nicht mehr um eine Synthese der Ideen innerhalb der Bürgerschaft, sondern um das Ausfüllen eines vorgegebenen Rahmens, der Leitfaden und letzter Maßstab ist. Im Prinzip ist das eine Wegentwicklung vom klassischen Begriff der Micronation und wie ich denke auch einer der Gründe für die insgesamt sinkende Attraktivität dieses Spielprinzips.

    Die MNs alten Typs waren bzw. sind handlungsreicher und offener für die individuelle Prägung durch den einzelnen Bürger. Es macht mehr Spaß, seine Ideen in eine bunte phantasiekultur einfließen zu lassen, als nur eine reale Kultur nachzubauen Und vor allem muss vor der gemeinsam geschaffenen Kulisse dann auch irgendwas passieren, und sei es nur ein *hust* Umtrunk mit einem Staatsgast. ;)

    Kinga Baumgart

    Weltexklusiv! Kinga nackisch zu bewundern in so ein Sex häft! Klickt HIER!


  • Diese so genannten "wirklichen Auseinandersetzungen" waren der Untergang der Ur-MN-Welt, denn es wurde offen mit allen Mitteln gegeneinander gekämpft. In meinem Fall wurde auf einem Forum plötzlich über mein Wohnort und Adresse spekuliert und zwar in aller Öffentlichkeit. Das veranlasste mich damals 2002 dazu, das Gelbe Reich zu verlassen.


    Das stellst du aber sehr vereinfacht und zu deinem Vorteil dar. Du hast damals deine IDs nicht getrennt, hast unliebsame Mitspieler schnell simulativ ausgebürgert und hast im GR dann dich unterstützt. (auch verkürzt dargestellt) Und diese Spekulationen hast du dadurch selber ausgelöst, die denic kann ja jeder einsehen ;) (ja ich kenn die Nutzungsbedingungen zur Weiterverwendung, muss man mich jetzt nicht drauf hinweisen)

    Zitat

    An anderer Stelle gab es mehr als zwanzig gezählte Hack-Attacken auf den Freiland-Server, nachdem ich mir erlaubte, mit der WUIS meine eigene Welt zu gründen.


    Es gab WUIS.de als Parodie auf deinen Egotrip. Mehr nicht. Erzähl hier nichts von kausalen Zusammenhängen aus einer Zeit in der Hackattacken auf PHP Scripts genauso häufig waren wie auch noch heute. Defacen ist kein reines MN Ding, das solltest du als Webprogrammierer wissen.

    Zitat


    Ein befreundeter Staat, der es sich erlaubte, Ur-Freiland zu unterstützen wurde prompt gehackt.


    Ich weiß nicht was dir der damalige 14-jährige Asstanus Besitzer alles erzählte. Fakt war auf seinem Server war öffentlich zugänglich Pornomaterial. Der Hack den du umschreibst nennt man Providersperrung wegen Verstoßes gegen die AGB.

    Zitat


    Die WUIS machte damals Schluss mit der "Hack & Flood"-Seuche und war damit nicht zuletzt auch Vorreiter von dem, was wir heute als quasi Standard haben.


    Du glorifizierst dein komplett gescheitertes Projekt und dich selbst. Ich finde du bist ein guter Spieler, ein guter Spieler in diesen MN-Tagen. Damals warst du aber überheblich und auch ein Kontrollfreak. Deine WUIS war kein Vorreiter, ca. 100 Mikronationen vor dir haben kein Hack & Flood betrieben - das wurde nicht toleriert damals, es war nur gefürchtet.

    Zitat


    Es gibt beispielweise in Cuello ein Konsens darüber, dass man sich nicht persönlich aufs Korn nimmt, sondern dieses Projekt gemeinsam trägt. Ich brauche keine Auseinandersetzungen mit einem Tacitus oder einem Goldmann, sondern inszeniere lieber die von Ihnen verpönten Theaterstücke, einfach, weil diese sich aushalten lassen, ohne vor lauter Stress ins Klo zu kotzen. Der Ngyen-Krieg und der Cuello-Bürgerkrieg sind Beweise dafür, dass freies Simulieren von großartigen Auseinandersetzungen möglich ist, ohne dass auch nur einer wirklich sein Gesicht verliert.


    Sein GEsicht muss keiner verlieren, nie. Ich glaube nur, dass du das damals auch mitunter viel zu ernst gesehen hast - alles. Ein ganz normaler Anfängerfehler, da man doch anfangs immer glaubt, man sei der Beste und "verdiene" nur Anerkennung.

    toxigen

  • Kenne die technischen Details der damaligen Freiland-Krise nicht mehr, muss aber toxigen zustimmen.
    1. War Stoertebecker keineswegs der liebe, liebe Mitspieler, als den er sich versucht heute darzustellen,
    2. waren die WUIS - Staaten damals mit dem einzigen Grund gegruendet worden, die MN-Szene zu spalten - so effektiv wie GF/AIC/Carta haben sie das aber nicht geschafft und
    3. gab es auch schon vor den WUIS - Staaten MNs nach heutigem Standard (s. Dionysos). Sich dafuer die Credits zu nehmen wollen und zu meinen, man haette das Bild der heutigen MNs gepraegt oder selbst als Vorlaeufer erfunden, ist nicht nur absoluter Humbug, sondern schlichtweg gelogen.

    So viel mal zur hier betriebenen Geschichtsverklaerung...

    Freundlichst,

    Matt Suchard

  • In den MNs seiner Phantasie freien Lauf zu lassen und eben im Schutze der Anonymität auch mal Positionen zu beziehen zu denen man sich im RL aus verschiedentlichen Gründen lieber nicht bekennt ist ja nicht verkehrt. Aber das ist für mich immer noch etwas anderes als eine quasi fiktive Person zu erschaffen, von deren Denken und Handeln man sich gerade distanziert. Zumindest in Gestalt seines micronationalen Alias sollte man schon zu den Aussagen und Zielen seiner ID stehen und nicht bei aufflauendem Gegenwind gleich die Hände heben und rufen: "Also, ich sehe das gar nicht so! Das ist nur die Meinung meiner ID!"

    Sehe ich ähnlich. Obwohl natürlich gewisse Veränderungen nicht zu umgehen sind. Nehmen wir doch meine eigene ID. Natürlich vertrete ich in gewisser Hinsicht die konservativen Ansichten, die hinter diesem Großherzog stehen, aber ich bin als Spieler schließlich auch durch und durch Demokrat, was sich mit dem Charakter meiner Figur nicht gut vereinen lässt.

    Was ich - wahrscheinlich schon alleine aus Mangel an Fantasie - niemals könnte, wäre einen Verbrecher oder so etwas zu simulieren. So stark kann ich mich nicht permanent verstellen, und ich stimme zu, dass man damit nur die Sim kaputtmacht, und sich selbst auch keine Freude. Wenn man jedes Wort im Beitrag drei Mal umdrehen muss, bevor man ihn postet, wird man unglaubwürdig und irgendwann dreht man die Aktivität zurück, schließlich ist das auch stressig.

    Leopold I.
    Großherzog von Bazen

  • das alles hat noch voll viel mit vItalien zu tun Xb(

    Liebe Leute dieser Welt,
    Ich hoff das es gefällt
    Das Fest des Herren Christ
    In einem Stalle voller Mist

    Aus dem Lande voller Pixel
    Mit Liebe und Gewi***l

  • ...

    Die alten Schlachten werde ich nicht mehr schlagen. Dass ich mit meiner Meinung gerade bei meinen Gegnern von damals nicht auf Zustimmung stoße, war nicht anders zu erwarten, auch nicht, dass bei einer Gegendarstellung a la wuis.de die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Diese Art Propaganda war noch nie mein Ding.

    Zu den Datails habe ich mich bereits geäußert, ich denke, auch selbstkritisch genug. Die Gegenseite schweigt heute weitgehend angesichts der Schweinerei, die mit der Teilung Freilands getrieben worden ist. Eine MN gehört dem Erfinder (in wenigen Ausnahmen einer Gruppe a la DU), das ist heute weitgehend Konsens (von rechtlichen Fragen will ich gar nicht erst reden).

    Freiland ist wieder da. Möge dich dieses unangenehme Jucken und Kratzen noch lange beschäftigen. :bussi:


  • Zu den Datails habe ich mich bereits geäußert, ich denke, auch selbstkritisch genug. Die Gegenseite schweigt heute weitgehend angesichts der Schweinerei, die mit der Teilung Freilands getrieben worden ist. Eine MN gehört dem Erfinder (in wenigen Ausnahmen einer Gruppe a la DU), das ist heute weitgehend Konsens (von rechtlichen Fragen will ich gar nicht erst reden).


    Weil jede Seite irgendwie Recht hat. Du als Urheber andererseits teilst aber auch das Ganze mit einer Community und gibst im Konsens letztlich auch ein paar Rechte ab, gerade wenn du Jahre weg bist und offiziell durch die WUIS mit den MNs gebrochen hast - denn das war auch schon lang genug "Konsens", wenn du schon von sowas sprichst. Entspann dich mal. Du hast dich sicher dieses mal besser abgesichert und AGBs eingeführt zur Teilnahme am Spielbetrieb. Denn du siehst dich als reiner Spielbetreiber und nicht als Gründer einer Nation in einem schon immer zur Anarchie tendierenden Pottpourie namens Micronations.

    Zitat

    Freiland ist wieder da. Möge dich dieses unangenehme Jucken und Kratzen noch lange beschäftigen. :bussi:

    Freiland war die ganze Zeit da. Mich stört das nicht, du störst mich nicht. Du bist kein Märtyrer und die Welt ist nicht nur Schwarz und Weiß - nicht alles entweder für dich oder gegen dich. Mach dich nicht so wichtig. Ist doch gut wenn du Spaß an deinem Projekt hast und andere auch, mehr wollen wir doch alle selber nicht. :)

    toxigen