Und ich bleibe meinerseits dabei, dass die Micronationen sich eben entwickelt haben und weiter entwickeln. Und dass das kein Prozess zum per se Schlechteren ist, sondern ein Vorgang mit Höhen und Tiefen. Im Ergebnis haben die Micronationen sich qualitativ klar verbessert. Es gibt heute ein nie dagewesen breites Angebot an Nationen für Spieler mit verschiedensten Interessen. Basistechnologien wie der Homepagebau wurden und werden immer weiter verfeinert. Es werden immer neue Technologien eingebunden und genutzt.
Was die Micronationen sicherlich in den letzten Jahren versäumt haben ist eine effektive Außendarstellung und Außenwerbung. Viele Staaten "überaltern" trotz Zuzuges neuer Bürger. Wenn man das Konzept Micronation - eben als forenbasierte Staatensimulation - aber klüger vermarkten würde, könnte dem begegnet werden.
Auch der Trend zu Zweit-, Dritt- oder sogar Viertgründungen ist nur eine Entwicklung. Mit der Definition der "Kultursimulation" als Subkategorie z. B. wurden eben ganz neue Anreize für Staatengründungen geschaffen. Richtig ist sicherlich, dass so manchem Staatengründer heute die Identifikation mit "seinem" Staat fehlt. Weil er ihn mehr als Baustein in einem weltpolitischen Szenario sieht denn als eigenständige Spielwelt. Wirklich neu ist das aber nicht, schon vor Jahren wurden viele Staaten hastig gegründet um gewünschte Kartenplätze zu belegen. Nicht immer zeichneten dafür Neueinsteiger verantwortlich, oftmals auch erfahrene MN-Spieler. Diskussionen über ein Verbot von Doppelbetreibungen in den Kartenorganisationen zeigen aber, dass das Problem erkannt wurde und man zu reagieren gewillt ist.
Endlich ist meines Erachtens jede Micronation ein "Projekt". Nur der Begriff ist neu, nicht aber die Anwendbarkeit seines Sinngehaltes auf eine Micronation.